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Diagnose, Biologie und Epidemiologie

Ohne richtige Diagnose ist in der Regel keine Heilung möglich. So ist es auch bei allen kranken und befallenen Pflanzenbeständen auf Feldern und in Gewächshäusern. Es können erst dann gezielte Maßnahmen ergriffen werden, wenn bekannt ist, um welchen Erreger es sich handelt.

Bei unbekannten Schädlingen, Pilzkrankheiten und dem Befall mit Bakterien, Nematoden, Phytoplasmen oder Viren steht die Diagnose daher immer an erster Stelle. Am JKI entwickeln zahlreiche Experten neue effektive, zuverlässige Nachweisverfahren oder optimieren sie weiter. Viele der Methoden können dann als Standardtests von den Bundesländern oder auch international verwendet werden. Neben altbekannten Erregern können neue Organismen eingeschleppt werden, andere sich durch Mutationen verändern oder anpassen. Wiederum andere können sich so rasch entwickeln, dass sie nicht mehr mit den bislang verfügbaren Mitteln und Methoden bekämpft werden können. Um geeignete Gegenmaßnahmen erarbeiten zu können, muss auch die Lebensweise der Erreger untersucht werden. Das geschieht in verschiedenen Arbeitsbereichen der JKI-Institute und im Institut EP.

Diese Arbeiten bilden zusammen mit Untersuchungen zur Biologie der Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter sowie Kenntnissen über deren Verbreitungswege die essenzielle Grundlage dafür, neue Wege zu deren Bekämpfung zu entwickeln. Beispielsweise konnte 2010 erstmals für Mitteleuropa ein Virus aus der Familie der Nanoviren an Erbsen nachgewiesen werden. Mit den daraufhin in einem aufwändigen Verfahren produzierten Antiseren war das JKI danach in der Lage, verdächtige Pflanzenproben, die 2016 verstärkt auftraten, rasch und sicher zu diagnostizieren. Jetzt müssen die Blattläuse, die die Viren übertragen, näher unter die Lupe genommen werden, um die Ausbreitungswege besser kennenzulernen.

Ein anderes Beispiel: Im Ackerbau kommt es seit einigen Jahren verstärkt zu Problemen mit verschiedenen Drahtwurmarten, die im Boden leben und an den Wurzeln der Pflanzen fressen und so große Schäden anrichten können. Die verschiedenen Drahtwurmarten sind selbst für Experten nur schwer zu unterscheiden. Dies ist jedoch erforderlich, da sie unterschiedliche Lebensweisen haben, auf die die jeweilige Bekämpfung gezielt ausgerichtet werden muss.

Neben diesem eher klassischen Vorgehen gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am JKI der Frage nach, wie unsere Kulturpflanzen über chemische Botenstoffe mit schädlichen und nützlichen Mikroorganismen sowie Insekten kommunizieren. So sind Pflanzen z. B. in der Lage, ihre Fressfeinde abzuwehren, indem sie bestimmte Stoffe produzieren. Verschiedene Düfte von Pflanzen locken Insekten an oder wehren diese ab. Weitere Informationen dazu finden Sie bei „Biologischer Pflanzenschutz“ in diesem Thema.