Institut für Biologischen Pflanzenschutz
In den zurückliegenden Jahren haben zahlreiche Studien auf einen drohenden Biodiversitätsverlust in der Kulturlandschaft Europas hingewiesen. Eine längerfristige Untersuchung bezüglich der Populationstrends von Organismen, die auf Grund ihrer Ökosystemleistung im biologischen Pflanzenschutz von Freilandkulturen eine erhebliche Rolle spielen (v.a. Parasitoide), gibt es derzeit nicht. Das Forschungsvorhaben zielt darauf, das Risiko für einen zunehmenden Verlust dieser funktionellen Biodiversität in Abhängigkeit von der Landbewirtschaftung durch das längerfristige Monitoring wichtiger Nützlingsgruppen zu bewerten, einen Beitrag zum Erkenntnisgewinn über die Gefährdung wichtiger Regulierungsprozess zu leisten und mögliche Optionen aufzuzeigen, die einer solchen entgegenwirken. Es werden geeignete Methoden entwickelt, die bestimmte Nützlingsgruppen als mögliche Biodindikatoren testet. Dabei spielt nicht nur die Erfassung ihrer Abundanzen, ihre saisonalen Aktivitäten, der Diversität der Nützlingsgemeinschaft eine Rolle, sondern auch die Erfassung von Merkmale, die ihre Fitness beschreiben. Dazu gehört der Ernährungsstatus, die Größe, Reproduktionsvermögen oder auch Reservestoffe, die anzeigen, ob die ausgewählten Nützlinge auch entsprechende Ressourcen für ihre Bedürfnisse in der Agrarlandschaft finden. Das Projekt MonViA (Monitoring von Insekten in Agrarlandschaft ist ein Verbundprojekt mit Instituten von JKI und Thünen-Institut und der BLE. BI führt ein Trendmonitoring von Nützlingen in Streuobstwiesen durch, außerdem eine Untersuchung zur Bedeutung von Parasitoiden als Bioindikatoren im Dauergrünland und ein Citizen Science-Projekt zur Aufnahme auffälliger Nützlinge durch.
Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat