Institut für Züchtungsforschung an Obst
Das Julius Kühn-Institut (JKI) für Obstzüchtungsforschung in Dresden-Pillnitz unterhält eine umfangreiche Genbank-Sammlung, die hauptsächlich Apfel-, Birnen- und Kirschsorten umfasst, sowie eine der größten Sammlungen von Wildobstarten in Europa. Trotz ihrer Breite bestehen jedoch gewisse Lücken, insbesondere hinsichtlich Arten, die aus asiatischen Zentren der genetischen Vielfalt stammen. Zentralasien gilt als eine der weltweit artenreichsten Regionen für gemäßigte Obstbaumarten, sowohl auf Arten- als auch auf intraspezifischer Ebene. Lokale Kulturvarietäten und Wildobstarten aus dieser Region haben sich unter sehr vielfältigen und oft extremen Umwelt- und Klimabedingungen entwickelt. Daher stellen sie ein reichhaltiges Reservoir an genetischer Vielfalt dar und besitzen wertvolle Eigenschaften, darunter die Anpassung an bestimmte Umgebungen und die Resistenz gegen eine Vielzahl von biotischen und abiotischen Stressfaktoren. Aufgrund dieser Eigenschaften sind die genetischen Ressourcen der Früchte Zentralasiens für zukünftige Züchtungsprogramme zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit von großer Bedeutung. Ziel dieses Projekts ist es, eine internationale Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern in Usbekistan zu initiieren, deren Schwerpunkt auf der Erhaltung und Nutzung von Obstgenressourcen liegt. Eine solche Partnerschaft würde den Austausch und die Bereicherung der Obstbaumgenressourcen zwischen beiden Ländern ermöglichen und den gegenseitigen Wissenstransfer fördern. Insbesondere würde die Zusammenarbeit den Austausch von Fachwissen über die Eigenschaften von Genressourcen, Erhaltungsstrategien, Bewirtschaftungspraktiken und Methoden zur Charakterisierung und Bewertung von Keimplasma unterstützen. Zu den erwarteten Ergebnissen gehören eine verbesserte Erhaltung der genetischen Vielfalt von Obst sowie ein bedeutender Beitrag zur Obstzüchtungsforschung und zu Züchtungsprogrammen in Europa.
Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.