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Inhalt: Von „Blattlaus-Löwen“ und Duft-Orgeln: Das JKI bringt funktionelle Biodiversität auf die Grüne Woche

 

Wer die Halle 23a auf der Internationalen Grünen Woche betritt, findet in diesem Jahr eine lebendige Oase: Mitten im geschäftigen Messetreiben wachsen Apfelbäume, Kohlköpfe und blühende Kräuter. Am Stand des Julius Kühn-Instituts (JKI) wird lebendig demonstriert, was „Funktionelle Biodiversität“ bedeutet und warum ein Weizenstreifen im Obstanlage dabei helfen kann, Chemie einzusparen.

„Unser toll gestalteter Aufbau bildet eine Obstanlage realistisch ab, mit echten Obstbäumen, Blühstreifen und Getreidestreifen“, schwärmt Susanna Ketterer vom JKI-Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau in Dossenheim. Dieser Aufbau ist aber weit mehr als Dekoration; er demonstriert anschaulich das Prinzip der „Funktionellen Biodiversität“. Ein spannendes Detail ist der Weizenstreifen direkt neben den Apfelbäumen. Was für den Laien wie deplatziert wirkt, ist eine „offene Nützlingszucht“, wie Ketterer erklärt. Auf dem Getreide können sich Getreideblattläuse vermehren, die in Obstbäumen keinen Schaden anrichten können. Sie dienen als erstes Futter für Marienkäfer, Florfliegen und Co., noch bevor die eigentlichen Schädlinge die Obstbäume befallen.

Ein Buffet für die Nützlinge: Die offene Zucht

Das Konzept kommt an. „Die Leute sind total interessiert, viele kennen die Problematik aus dem eigenen Garten“, berichtet Susanna Ketterer von den ersten Messetagen. Die Gäste schauen sich gern die lebenden Insekten an und bleiben an der „Duft-Orgel“ stehen. Hier lässt sich anschaulich erfahren, mit welchen Düften man Insekten gezielt anlocken oder vertreiben kann - Wissenschaft, die buchstäblich „in der Luft liegt“.

Winzige Helfer gegen große Probleme

Doch wie funktioniert das Zusammenspiel von Nützlingen und Schädlingen? Um das zu beantworten, sind Forschende wie Maximilian Pink vom JKI-Institut für Biologischen Pflanzenschutz vor Ort. „Wir haben verschiedene Nützlinge und Schädlinge dabei, um die Zusammenhänge zu zeigen“, erklärt er. Ein aktuelles Beispiel ist die Marmorierte Baumwanze, ein invasiver Schädling, der im Obstbau zunehmend Probleme bereitet. „Wir erklären den Besuchern, wie man sie eindämmen kann, zum Beispiel mit natürlichen Gegenspielern“, so Pink.

Zu den heimlichen Stars am Stand gehören dabei winzige Insekten, die man mit bloßem Auge kaum sieht: „Wir haben zum Beispiel Brackwespen, die die Eier vom Apfelwickler parasitieren, oder Schlupfwespen, die man gegen verschiedene Schädlinge einsetzen kann.“ Um diese winzigen Helfer sichtbar zu machen, helfen Exponate wie das überlebensgroße Modell einer Florfliegenlarve, der sogenannte „Blattlaus-Löwe“.

Aus der Forschung in die Praxis: Projekt FUBIOO

Die Grüne Woche dient dem JKI traditionell nicht nur der Aufklärung der Verbraucher, sondern auch dem direkten Austausch mit der Praxis. Das Projekt FUBIOO (Funktionelle Biodiversität im Obstbau) nutzt die Plattform für intensive Gespräche. „FUBIOO will Wissen direkt in den Obstbau tragen“, betont Susanna Ketterer. Das Team führt vor Ort viele Gespräche mit Landwirten und Obstbauern, um zu diskutieren, wie sich Blühstreifen und Nützlingsmanagement in der Praxis integrieren lassen.

Hoher Besuch am Stand

Dass das Thema nicht nur Gärtner und Landwirte bewegt, sondern auch politisch hohe Relevanz hat, zeigte sich bereits in den ersten Tagen der Messe. Sarah Barnert, die den Messeauftritt koordiniert, zieht eine erste positive Zwischenbilanz: „Insgesamt erwarten wir 325.000 Gäste auf der Grünen Woche. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir unter anderem unseren Landwirtschaftsminister Alois Rainer und den Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann Wadephul an unserem Stand begrüßen durften.“ Beide Minister ließen sich die Ansätze zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln erläutern und zeigten sich begeistert von der sichtbaren Forschung.

Mitraten beim Bühnenprogramm

Wer nun selbst testen möchte, ob er Freund und Feind im Beet auseinanderhalten kann, hat dazu beim Bühnenprogramm des BMLEH in Halle 23a noch Gelegenheit. Das JKI veranstaltet ein Bilderrätsel-Quiz, bei dem unbekannte Larven den bekannten erwachsenen Insekten zugeordnet werden müssen.

Besuchen Sie uns noch bis zum 25. Januar: 
Halle 23a (BMLEH-Halle), am Doppelstand nahe dem Hinterausgang.

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