Vom 13. bis 16. Juli 2026 führte das Julius Kühn-Institut (JKI) ein viertägiges Seminar zu den Grundlagen moderner Züchtungsmethoden am Ethiopian Institute of Agricultural Research (EIAR) in Addis Abeba durch. Das Seminar wurde von Prof. Dr. Benjamin Stich, Leiter des JKI-Instituts für Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen angeleitet. Angemeldet hatte sich rund 25 Pflanzenzüchterinnen und Pflanzenzüchter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Forschungseinrichtungen in ganz Äthiopien. Die Veranstaltung vermittelte grundlegende Kenntnisse moderner Züchtungsmethoden und deren Anwendung in der praktischen Pflanzenzüchtung unter Berücksichtigung internationaler Standards.
Neben theoretischen Grundlagen standen praxisorientierte Übungen im Mittelpunkt des Programms. Dabei nutzten die Teilnehmenden die freie Statistiksoftware R, die heute ein wichtiges Werkzeug für die Auswertung züchterischer Versuche und die Analyse komplexer Datensätze ist.
Hintergrund
Die Veranstaltung ist Teil der bilateralen Verwaltungspartnerschaft „Deutsch-Äthiopische Verwaltungspartnerschaft im Bereich Sortenzüchtung, Sortentestung und Saatgutvermehrung“, die seit dem 1. April 2026 im Rahmen des Bilateralen Kooperationsprogramms (BKP) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) umgesetzt wird. Ziel der Partnerschaft ist es, Fachkompetenzen im Bereich Pflanzenzüchtung, Sortenprüfung und Saatgutvermehrung auszubauen sowie den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Äthiopien nachhaltig zu stärken.
Die deutsch-äthiopische Verwaltungspartnerschaft umfasst neben Trainingsmaßnahmen, wie dem Seminar, auch Forschungsaufenthalte, Fachbesuche und weitere Formate des Wissenstransfers. Sie soll dazu beitragen, moderne wissenschaftliche Methoden in der Pflanzenzüchtung zu fördern und langfristig leistungsfähige, klimaresiliente und nachhaltige Agrarsysteme in Äthiopien zu unterstützen.