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Das Julius Kühn-Institut ist eine selbständige Bundesoberbehörde und gleichzeitig eine Forschungseinrichtung des Bundes. Es gehört zum Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Wir nehmen gesetzliche Aufgaben wahr und forschen, um diese Aufgaben und die Politikberatung wissenschaftlich fundiert zu erfüllen.

Unsere behördlichen Aufgaben und die Politikberatung sind eng mit der Forschung vernetzt. Der Bezug dieser Aktivitäten zur Kulturpflanze ist ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des JKI. Eine zentrale Aufgabe seiner 17 Fachinstitute ist es, politischen Instanzen ihr Fachwissen anhand zu geben und Entscheidungshilfen für das BMEL und die Bundesregierung zu erarbeiten bzw. diese zu beraten. Unsere Forschungen im gesamten Bereich der Kulturpflanze sind meist anwendungsorientiert und Basis unserer wissenschaftlichen Expertise.

Im Bereich des Pflanzenschutzes betreiben wir seit über 20 Jahren Dauerfeldversuche, um zu sehen, wie sich verringerte Mengen an Pflanzenschutzmittel auf lange Sicht auswirken. Diese Ergebnisse und unsere Forschung an innovativen Verfahren und Möglichkeiten einer nachhaltigen Landbewirtschaftung sind Beispiele dafür, woher die Grundlage unserer Beratungs- und hoheitlicher Bewertungsaufgaben resultiert. Zahlreiche JKI-Experten beteiligen sich in nationalen und internationalen Netzwerken oder Gremien und vertreten in diesen die Interessen von Wissenschaft, Verbrauchern und Bund.

Bei weiteren behördlichen Aufgaben bildet das JKI eine wichtige Schnittstelle zwischen der EU und der Bundesrepublik Deutschland, zwischen Bund und Ländern sowie zwischen Wissenschaft und Praxis, um nur einige zu nennen. Das umfasst den Anbau der Kulturpflanzen, die Pflanzenernährung, das Wissen um die Böden, den Schutz der Pflanzen bis zur Ernte sowie danach (Vorratsschutz). Weiterhin beinhaltet dies die wichtige Erhaltung der genetischen Ressourcen von Kulturpflanzen, Fragen zur Züchtungsforschung und der Pflanzenzüchtung oder die durch den zunehmenden weltweiten Handel mit Pflanzen bestehende Gefahr der Einschleppung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern, die nicht selten invasiv sein können.

Im Rahmen der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und der Genehmigung ihrer Wirkstoffe ist das JKI mit einer wissenschaftlichen Bewertung verschiedener Prüfbereiche beteiligt. Hierzu zählt auch die Bewertung der Gefahr der möglichen Resistenz der Mittel. Im Bereich Anwendungstechnik betrifft dies die Prüfung von Geräten und Düsen, die dann im Bundesanzeiger bekannt gegeben werden. Bei pflanzengesundheitlichen Regelungen ist das JKI als deutscher Vertreter bei europäischen Maßnahmen aktiv beteiligt. Zu Anträgen zur Freisetzung oder dem Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Pflanzen nimmt das JKI Stellung.

Darüber hinaus vertritt das JKI die Interessen des BMEL in Düngungsfragen und erstellt die nationalen Stickstoff-Bilanzen im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Deutschlands sowie für den OECD/EUROSTAT- Ländervergleich.

Alle wesentlichen Aufgaben des JKI sind im deutschen Pflanzenschutzgesetz verankert. Andere Aufgaben finden sich im Gentechnikrecht, dem Chemikalienrecht oder sie werden dem JKI per Erlass der Bundesregierung zugeteilt.