In den Städten treffen Klimawandel und Nachverdichtung aufeinander – mit weitreichenden Folgen. Hitzestress, lokale Überflutungen und gesundheitliche Belastungen nehmen zu, während gleichzeitig immer mehr Flächen versiegelt werden. Damit geht ein steigender Energiebedarf für Gebäudekühlung und eine geminderte Lebensqualität einher. Erhebliche ökonomische, ökologische sowie gesundheitliche Kosten sind die Folge. Vor diesem Hintergrund stellt sich die dringliche Frage: Können wir uns graue Städte (noch) leisten?
Am 12. und 13. November 2025 lud das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gemeinsam mit dem Julius-Kühn-Institut nach Berlin zum 15. Fachsymposium Stadtgrün ein, um praxisnah und interdisziplinär über die Zukunft urbaner Räume zu diskutieren. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden sowie die interessierte Öffentlichkeit nahmen vor Ort oder online teil.
Alle Beiträge (Vorträge und Poster) sind hier veröffentlicht:
https://wissen.julius-kuehn.de/urbanes-gruen/fachsymposien/themen/stadtgruen
Dr. Burkhard Schmied (BMLEH) setzte zu Beginn zentrale Impulse: Stadtgrün biete nachweisliche Vorteile für das urbane Leben und entfalte seine Wirkung insbesondere im Zusammenspiel mit weiteren Akteurinnen und Akteuren. Um Nutzungskonkurrenzen zu reduzieren, sei vor allem eine stärkere Vernetzung zwischen den planenden Disziplinen erforderlich. Dies sei nicht nur Voraussetzung für die Lösung von Zielkonflikten, sondern auch für einen wirksamen Beitrag zur Bewältigung aktueller Herausforderungen – vor dem Hintergrund der jüngsten Anpassung der globalen Erwärmungsprognosen auf 2,8 bis 3 Grad Celsius auf der Weltklimakonferenz. Das Bundeslandwirtschaftsministerium bekräftigte weiterhin seine Unterstützung für Stadtgrün sowie für vielfältige Aktivitäten in Deutschland, darunter die „Agenda Stadt grün-blau“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Dr. Thomas Schmidt, der Leiter des Gartenbaureferats im BMLEH, hob hervor, dass der Berliner Baum-Entscheid als positives Signal für Stadt und Gartenbau zu werten sei. Zahlreiche Fachvorträge thematisierten die gesundheitlichen und sozialen Vorteile von Stadtgrün und die Synergien zwischen Wasserwirtschaft und Stadt- und Freiraumplanung. Ein besonderes Augenmerk lag auf den multidimensionalen Effekten blau-grüner Infrastrukturen auf Wohn- und Aufenthaltsqualität in Städten.
Kontakt
Dr. Doreen Koltermann
Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau und urbanen Grün
Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Messeweg 11/12, 38104 Braunschweig
Telefon: +49 3946 47-7720
E-Mail: doreen.koltermann@julius-kuehn.de