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Fachausschuss Insektizide / Akarizide

Allgemeine Informationen

Bei Insektiziden und Akariziden ist das Auftreten von resistenten Populationen bei einigen Schadtieren, wie z. B. Kartoffelkäfer, Weiße Fliege Arten, Thripsen, Rapsglanzkäfer und Grüner Pfirsichblattlaus schon lange bekannt. Da immer weniger insektizide und akarizide Wirkstoffe zur Verfügung stehen, erhöht sich der Selektionsdruck und die Gefahr einer Resistenzbildung steigt.

Der "Fachausschuss Pflanzenschutzmittelresistenz - Insektizide und Akarizide" hat sich zum Ziel gesetzt, durch rechtzeitigen Informationsaustausch über auftretende Resistenzen und durch die Entwicklung und Abstimmung geeigneter Resistenzvermeidungsstrategien weitere Resistenzbildung im deutschsprachigen Raum zu verhindern oder zu vermindern. So soll durch Vermeidung unnötiger Anwendungen eine nachhaltige Nutzung von Wirkstoffen für möglichst viele Schadtiere ermöglicht werden zum Nutzen der Umwelt und der Agrarwirtschaft. Die erste Sitzung des Ausschusses für Resistenzfragen Insektizide und Akarizide fand im Februar 2005 in Braunschweig statt. Seitdem werden bei jährlichen Treffen mit einem breiten Tagungsprogramm aktuelle Probleme aufgegriffen und diskutiert. Behandelt werden Resistenzprobleme von Insekten und Milben aus allen Bereichen der Kulturpflanzenproduktion. Sämtliche Protokolle finden Sie unter dem Punkt "Treffen des Fachausschusses Insektizide / Akarizide" und auf den Archivseiten.

Seit 2005 wird am JKI ein Monitoringprogramm durchgeführt, das helfen soll, die bestehende Situation der Resistenzbildung bei Rapsschädlingen gegen Pyrethroide besser beurteilen zu können. Zunächst nur wegen Rapsglanzkäfern initiiert, musste nach kurzer Zeit das Monitoring wegen Minderwirkungen auf weitere Rapsschädlinge ausgeweitet werden. Pyrethroid-Resistenzergebnisse auf Grund von Adult-Vial-Tests der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer, privater Institute und Firmen, sowie eigener Erhebungen von gesammelten oder zugesandten Insekten, werden am JKI ausgewertet. Die Ergebnisse des Monitorings (siehe Punkt "Monitoring" und ebenso Archivseiten) zeigen, dass sich die Resistenz bei Rapsglanzkäfern in Deutschland kontinuierlich ausgebreitet hat und mittlerweile fast nur noch resistente und sehr resistente Populationen auftreten. Auch bei anderen Rapsschädlingen wie dem Rapserdfloh und Kohlschotenrüssler wurde bereits Resistenz nachgewiesen.

Neben diesen Erhebungen werden auch weitere Wirkstoffe und Schädlinge anderer Kulturen durch das JKI und durch dem Fachausschuss angehörenden Institute und Firmen auf Resistenzen überprüft. Dadurch wurde inzwischen auch Pyrethroid-Resistenz bei der Großen Getreideblattlaus, Sitobion avenae, in Deutschland nachgewiesen.

Archiv

Archiv

Fachausschuss Herbizide

Allgemeine Informationen

Monitoring resistente Unkräuter 2018

Durch den Fachausschuss Pflanzenschutzmittelresistenz - Herbizide wird wie in den beiden Vorjahren auch in 2017 wieder ein Monitoringprojekt zur Herbizidresistenz bei verschiedenen Unkrautarten durchgeführt. Hintergrund der Untersuchungen sind einige in den letzten Jahren aufgetretene Fälle von Resistenz bei den folgenden Arten:

  • Kamille-Arten (Tripleurospermum perforatum und Matricaria recutita)
  • Amarant-Arten
  • Hühnerhirse (Echinocloa crus-galli) und andere Hirsearten
  • Vogelmiere (Stellaria media)
  • Klatschmohn (Papaver rhoeas)
  • Kornblume (Centaurea cyanus)
  • Veronica-Arten (Veronica persica und Veronica hederifolia)
  • Weißer Gänsefuß (Chenopodium album)
  • Acker-Steifmütterchen (Viola arvensis)
  • Trespe-Arten (Bromus spp.)

Das Monitoringprojekt soll die aktuelle Ausbreitung der Herbizidresistenz in Deutschland bei den oben genannten Arten erfassen sowie eine Abschätzung des Anteils an betroffenen Flächen erlauben. Die Samen der einzelnen Arten werden am JKI gesammelt und dann artenspezifisch durch die Fachausschuss-Mitglieder in den verschiedenen Forschungseinrichtungen untersucht.

Hierzu bitten wir Sie herzlich um Unterstützung bei den benötigten Probenahmen.

Weitere Informationen zum Monitoring sowie Anleitungen zum Sammeln der Samen und entsprechende Begleitformulare finden Sie unter Resistenz-Monitoring 2018.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Dr. Lena Ulber unter 0531 299-3903 oder lena.ulber@  julius-kuehn.  de gerne zur Verfügung.

Fachausschuss Rodentizidresistenz (FARR)

Informationen zur Rodentizidresistenz

Für das Management von Nagetieren, die im Bereich des Menschen vorkommen (kommensale Nager), werden meist Antikoagulanzien (Blutgerinnungshemmer) eingesetzt. Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass Nager gegenüber Antikoagulanzien Resistenzen entwickeln können. Die Resistenz beruht hauptsächlich auf Varianten des Gens Vitamin-K1-Epoxid-Reduktase Complex 1 (VKORC1), die zum Austausch von Aminosäuren des Enzyms VKOR führen. Diese genetisch bedingte Resistenz kann den Bekämpfungserfolg und den Schutz des Vorrats, der Hygiene und der Tiergesundheit beeinträchtigen.

Die meisten in Deutschland vorkommenden resistenten Wanderratten sind durch den Tyr139Cys-Austausch charakterisiert, Sie sind im Nordwesten Deutschlands verbreitet. Hausmäuse mit den für ihre Resistenzwirkung bekannten VKOR-Varianten Tyr139Cys, Leu128Ser und spretus-Typ sind an zahlreichen Orten über Deutschland verteilt zu finden. Die Wirkung zahlreicher anderer VKOR-Varianten ist noch unbekannt.

Ein effektives Management von resistenten Wanderratten und Hausmäuse ist mit Antikoagulanzien der ersten Generation (Warfarin, Chlorphacinon, Coumatetralyl) sowie Bromadiolon und Difenacoum nicht mehr möglich. Trotzdem sollten die bisher noch hoch wirksamen Wirkstoffe Flocoumafen, Brodifacoum und Difethialon wegen ihrer hohen Toxizität und Persistenz nur bei bekannter Resistenz angewendet werden.

Dort, wo keine resistenten Tiere vorkommen, sollten immer Antikoagulanzien der ersten Generation bevorzugt werden. Dadurch können potentielle Risiken für die Umwelt minimiert werden.

Informationen zum FARR

Der Fachausschuss Rodentizidresistenz (FARR) wurde an der Vorgängereinrichtung des Julius Kühn-Instituts, der Biologische Bundesanstalt (BBA), 2006 gegründet. Ihm gehören Vertreter von Bundes- und Landesbehörden, von Schädlingbekämpferverbänden, von Berater- und Herstellerfirmen an. Neben dem im Pflanzenschutzgesetz geregelten Vorratsschutzbereich ist auch der von der Biozidrichtlinie abgedeckte Rechtsbereich mit einbezogen, da die Aktivität der Nager beide Rechtsbereiche berührt.

Die Ziele sind

  • Resistenzmonitoring zur identifizierung von Gebieten, in denen rodentizidresistente Nager auftreten und zur Beobachtung der Resistenzausbreitung
  • Bereitstellung von Informationen über Häufigkeit und Verbreitung von Resistenz bei Nagetieren sowie der zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen
  • Bewertung der Resistenz in ihren praktischen Auswirkungen
  • Entwicklung und Umsetzung von Strategien zum effektiven Resistenzmanagement
  • Aufzeigen des Forschungsbedarfs zur Resistenzproblematik
  • Zusammenführung von Forschungsaktivitäten

Treffen des Fachausschusses Rodentizidresistenz