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Inhalt: Prof. Dr. Ulrich Fischer vom DLR Rheinpfalz mit Peter-Morio-Preis 2026 geehrt

 

Im Rahmen eines Festkolloquiums am Julius Kühn-Institut am 6. März 2026 verlieh die Gemeinschaft der Förderer und Freunde des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof e.V. den Peter Morio-Preis. Geehrt wurde in diesem Jahr Prof. Dr. Ulrich Fischer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinpfalz, kurz DLR mit Sitz in Neustadt a. d. Weinstraße.

Der Peter Morio-Preis wird seit 1993 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Rebenzüchtung und der Züchtungsforschung an Reben verliehen. In der Laudatio heißt es, Fischer habe mit seinen bahnbrechenden Arbeiten zum oenologischen Potenzial von PIWI-Rebsorten einen großen Anteil daran, dass Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten in der Weinbaupraxis salonfähig wurden. „Dank seiner hervorragenden Vernetzung in die Praxis und seiner besonderen, zugleich unterhaltsamen und fachlichen, sowie praxisnahen Kommunikation seiner Ergebnisse brach er das Eis für PIWI-Rebsorten bei vielen zuvor skeptischen Winzern“, sagte der Laudator Prof. Dr. Oliver Trapp, der am Julius Kühn-Institut das Fachinstitut für Rebenzüchtung leitet.

Einer von Fischers Forschungsschwerpunkten ist die Sensorische Verbesserung entalkoholisierter und teilentalkoholisierter Weine durch eine gezielte Weinbereitung. Die Aufklärung der molekularen Basis für die sensorischen Ausprägungen von Weinen in Abhängigkeit von Rebsorten, Terroir, Technologie, Mikroorganismen und Lagerung sowie der Einfluss des Klimawandels auf Weininhaltsstoffe sind weitere Gebiete in denen er forschend tätig ist.

So könne sich die Rebenzüchtung in Deutschland glücklich schätzen, einen versierten Wissenschaftler an der Seite zu haben, der sich nicht scheue, sich des kontrovers und emotional diskutierten Themas der Weinqualität und der Stilistik von PIWI-Rebsorten anzunehmen und es auf eine Fakten-basierte, wissenschaftliche Grundlage zu stellen, betonte Trapp. 

Fischer, den das Vinum-Magazin 2021 und 2022 zu einer der 25 wichtigsten Weinpersönlichkeiten Deutschlands kürte, bringt sich zudem stark in Lehre und Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern ein. So leitete er den dualen Studiengang Weinbau & Oenologie am Weincampus Neustadt, der in Zusammenarbeit mit drei Hochschulen und dem DLR Rheinpfalz angeboten wird. In der Lehre im Bachelor-Studiengang und den englischsprachigen Master-Studiengängen Viticulture & Enology (MoVE) sowie M.B.A. Wine, Sustainability & Sales zeichnet er für die Bereiche Oenologie und Sensorik verantwortlich. Aktuell betreut er eine Doktorarbeit zu Weinstilistiken von PIWI-Rebsorten des Geilweilerhofs in Kooperation dem Institut für Rebenzüchtung des Julius Kühn-Instituts.

Im Rahmen des kürzlich ausgelaufenen SelWineQ-Projekts konnten in neunjähriger Kooperation zwischen dem JKI und Fischers Team erhebliche Fortschritte bei der Suche nach molekularen Markern im Rebengenom für sensorische und aromenchemische Eigenschaften erzielt werden. Ausgewählte Ergebnisse stellte der Peter-Morio-Preisträger in einem Fachvortrag dem Publikum des Festkolloquiums vor.

Eckdaten zum Werdegang von Ulrich Fischer

Aufgewachsen in Bernkastel-Kues absolvierte er eine Winzerlehre in Weingütern an der Mosel und in der Pfalz. Anschließend studierte er Weinbau und Oenologie in Geisenheim bevor er mit einem Fulbright-Stipendium für 2,5 Jahre an der University of California in Davis sein Wissen in der analytischen Lebensmittelsensorik vertiefte. Er promovierte am Institut für Lebensmittelchemie an der Universität in Hannover zum Einfluss verschiedener Entalkoholisierungstechnologien auf die Aromenzusammensetzung von Wein und ihre sensorische Relevanz. 

Seit 1995 ist Ulrich Fischer im Fachbereich Kellerwirtschaft der Staatl. Lehr- und Forschungsanstalt in Neustadt tätig. 2003 wurde ihm im neugeschaffenen Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum – Rheinpfalz die Leitung der Abteilung Weinbau & Oenologie übertragen, das seit 2015 als Institut für Weinbau & Oenologie firmiert. 

Seit 1997 nimmt Ulrich Fischer einen Lehrauftrag im Fachbereich Chemie der Universität Kaiserslautern wahr, und wurde 2003 zum Honorarprofessor ernannt.

Das Julius Kühn-Institut (JKI) blickt im Jahr 2026 auf 100 Jahre erfolgreiche Rebenzüchtung an seinem Standort Geilweilerhof zurück. Siehe dazu auch diese Jubiläums-Webseite

Hintergrund zum Peter Morio-Preis und dem Förderverein

Namensgeber des Preises ist der Züchter Peter Morio (1887 - 1960). 1926 nahm Morio den Standort Geilweilerhof als Außenstelle Rebenzüchtung der Bayerischen Landesanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Würzburg in Betrieb. Aus seinen Zuchtarbeiten gingen u.a. die Rebsorten Bacchus, Morio Muskat, Optima und Domino hervor. Für Informationen zum Förderverein siehe hier https://geilweilerhof.eu/

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