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Sicherung der Qualität von Forschungsergebnissen

Sicherung der Qualität von Forschungsergebnissen

Als Bundesforschungsinstitut und selbständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bearbeitet das Julius Kühn-Institut einerseits aktuelle Forschungsvorhaben rund um die Kulturpflanze, während es andererseits auf wissenschaftlicher Basis Bewertungsaufgaben durchführt sowie die Politik berät. Mit Blick auf die besondere Bedeutung der Forschung für all diese eng miteinander verflochtenen Aufgaben hat die Leitung des JKI entschieden, in möglichst allen Teilbereichen der Forschung ein Qualitätsmanagement anzulegen, das sowohl der strategischen Planung als auch der Sicherstellung höchster Qualität der Forschungsergebnisse dienen soll. Dementsprechend soll der über alle 17 Fachinstitute und die wissenschaftsunterstützenden Einheiten des JKI angelegte Qualitätsmanagement-Ansatz das JKI in seinem Bestreben unterstützen, die Qualität seiner Instrumente und Prozesse kontinuierlich zu prüfen, zu sichern und weiterzuentwickeln.

Gemäß der ihm gesetzlich übertragenen Aufgaben und unter Berücksichtigung der aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen hat das JKI für sich die folgenden strategischen Qualitätsziele festgelegt:

  1. In den von ihm definierten Kompetenzbereichen erarbeitet das JKI qualitätsgesicherte Forschungsergebnisse und sichert so seine Position als leistungsstarke Ressortforschungseinrichtung mit dem Ziel, hochwertige wissenschaftsbasierte Politikberatung anbieten und wissenschaftsbasierte Dienstleistungen auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik bereitstellen zu können.
  2. Durch den Transfer seiner Forschungsergebnisse in die wissenschaftliche Gemeinschaft, die Politik und die Gesellschaft befördert das JKI einen wissenschafts- und faktenbasierten Diskurs um die aktuellen Herausforderungen an die Pflanzenproduktion.
  3. Das JKI fördert bedarfsorientiert die Leistungs- und Entwicklungspotenziale seiner Wissenschaftler*innen sowie der die Forschung unterstützenden Beschäftigten und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung und Qualifizierung des wissenschaftlichen und technischen Nachwuchses.
  4. Das JKI unterstützt seine Wissenschaftler*innen durch effektive und effiziente Strukturen und Prozesse im Forschungsmanagement und in der Verwaltung, u. a. durch konsequente Nutzung der Potentiale der Digitalisierung.
  5. Durch intensive Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und Institutionen entwickelt das JKI seine Kompetenzen stetig weiter und baut seine nationale und internationale Sichtbarkeit aus.
  6. Zur Steigerung der Zufriedenheit seiner Partner und Beschäftigten verbessert das JKI ständig seine Prozesse in den Bereichen Qualitäts-, Forschungsdaten- und Gesundheitsmanagement, sowie beim Arbeitsschutz, Datenschutz und bei der Informationssicherheit.

Die Basis des forschungsbezogenen Qualitätsmanagements am JKI bildet ein auf die Besonderheiten einer Ressortforschungseinrichtung angepasstes und JKI-weit angewandtes Managementsystem mit den nachfolgend benannten und aufeinander abgestimmten Elementen.

INTERNE ELEMENTE

Gute wissenschaftliche Praxis

Als Forschungseinrichtung sieht sich das JKI der guten wissenschaftlichen Praxis verpflichtet und hat dieses in Anlehnung an den Kodex der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ in seiner Geschäftsordnung eindeutig verankert.

Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten am JKI („Data Policy“)

Das JKI bekennt sich zu dem offenen Zugang zu Forschungsdaten und zu einem qualitätsbewussten Forschungsdatenmanagement im Sinne nationaler und internationaler Erklärungen. Es unterstützt, fördert und würdigt die Initiativen der Wissenschaftler*innen, Forschungsdaten in Form von zitierbaren Datenpublikationen verfügbar zu machen. Hierzu hat das Kollegium des JKI im März 2017 die von Mitarbeiter*innen verschiedener Bereiche des JKI erarbeiteten „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten im JKI“ verabschiedet und somit das Forschungsdatenmanagement institutionell verankert.

Kollegium des JKI

Die Planung und Realisierung von Forschungsinhalten oder neuen Konzepten und Strategien sowie die Rückschau auf zuletzt bearbeitete Fragestellungen erhalten während intensiver Diskussionen und Themenabstimmungen in den regelmäßig stattfindenden Kollegiumssitzungen des JKI ihren Raum. Themen von besonderer wissenschaftlicher, gesellschaftlicher oder politischer Aktualität und Bedeutung werden darüber hinaus in außerordentlichen Klausurberatungen eingehend bearbeitet.

Forschungsprojektedatenbank (FoPro)

Die Forschungsprojektedatenbank des JKI (FoPro) ist eine vom JKI selbst entwickelte Software zur Verwaltung sämtlicher Forschungsprojekte, unabhängig davon, ob diese über Haushaltsmittel des BMEL oder über Drittmittel finanziert werden. Neben einer Dokumentation aller Forschungsprojekte im Sinne eines qualitätsgesicherten Forschungsdatenmanagements dient die FoPro+ außerdem der Leitung des JKI zur schnellen und präzisen Beantwortung von Anfragen des BMEL, zur Vorbereitung der regelmäßigen Abstimmungsgespräche mit dem BMEL sowie zur Vorbereitung von externen Begutachtungen beispielsweise durch den Wissenschaftsrat der Bundesregierung oder den Wissenschaftlichen Beirat.

Forschungsdaten-Administrations-Tool

Das Forschungsdaten-Administrations-Tool (FAT) ist eine weitere interne Datenbank des JKI, die über die in der Forschungsprojektedatenbank (FoPro) verwalteten Forschungsprojekte hinaus Aktivitäten der Wissenschaftler*innen des JKI dokumentiert. Hierzu zählen unter anderem die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen in Form von Publikationen, Vorträgen oder Postern sowie die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen wie Fachtagungen und Workshops. Daneben wird auch die Beteiligung an universitärer Lehre sowie die Betreuung von Studien-, Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten erfasst, ebenso wie die Betreuung von wissenschaftlichen Gästen und Praktikanten, die Mitwirkung in Gremien sowie wissenschaftliche Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen. Auch diese Informationen werden von der Leitung des JKI regelmäßig für die Beantwortung von Anfragen des BMEL oder zur Vorbereitung von Abstimmungsgesprächen bzw. Begutachtungen durch externe Stellen herangezogen.

Forschungsorientierte Mittelzuweisung (FOM)

Als ein Instrument, welches Anreize schafft um den wissenschaftlichen Output und somit die Sichtbarkeit des JKI nach außen zu erhöhen, wurde am JKI eine Forschungsorientierte Mittelzuweisung eingeführt. Basierend auf ausgewählten forschungsbezogenen Kriterien, welche nach einem mit allen Fachinstituten des JKI abgestimmten Schlüssel bewertet werden, können sich die Fachinstitute des JKI auf freiwilliger Basis einer objektiven Bewertung ihres Forschungs-Outputs stellen. Grundlage für eine aussagekräftige Auswertung sind auch hierbei die in die Forschungsprojektedatenbank (FoPro) und das Forschungsdaten-Administrations-Tool (FAT) des JKI eingegebenen Informationen zur Forschung und die Forschung begleitenden Aktivitäten der Wissenschaftler*innen des JKI.

Forschungsbezogene Fortbildungs- und Schulungsangebote

Das JKI bietet seinen Mitarbeiter*innen aller Bereiche ein umfangreiches Fortbildungs- und Schulungsangebot, um sowohl deren fachliche Kompetenz als auch deren persönliche Entwicklung zu fördern. Hierzu finden einerseits regelmäßige Fortbildungen und Schulungen zu allgemeinen Themen statt, die über das Intranet des JKI bekannt gemacht werden. Andererseits besteht für alle Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, spezielle Fortbildungen und Schulungen über den Fortbildungsausschuss zu beantragen. Zu forschungsrelevanten Themen von allgemeiner Bedeutung hat das JKI intern feste Einheiten etabliert, die den Mitarbeiter*innen sowohl mit Schulungsangeboten als auch als permanente Kontaktstelle zur Verfügung stehen. Hierzu zählen beispielsweise die Beauftragten für Biometrie, welche die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der mathematisch/statistischen Auswertung derer Experimente unterstützen, sowie die Beauftragten für Bioinformatik, welche Primärdaten z. B. aus molekularbiologischen und analytischen Techniken systematisch zusammenfassen und gemeinsam mit den Forschern aus- und bewerten. Darüber hinaus unterstützt eine Fachkraft für Labor-Informations- und Management-Systeme (LIMS) die Wissenschaftler*innen dabei, ihre Forschungsarbeiten in geeigneten elektronischen Informationssystemen abzubilden sowie Informationen zu Probenmaterialien, Prozessketten und Ergebnissen zu dokumentieren, um bestmögliche Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.

Young Scientist Meeting

Die Nachwuchswissenschaftler*innen des JKI treffen sich einmal jährlich für 3 Tage an einem der Standorte des JKI zu einem „Young Scientist Meeting“. In diesem von ihnen selbst organisierten Forum stellen die Nachwuchswissenschaftler*innen, d.h. Bachelor-, Master- und Diplom-Absolventen sowie Promovierende und junge Postdocs, ihre Ergebnisse in englischer Sprach zur Diskussion, kommen untereinander ins Gespräch, knüpfen neue Kontakte und erweitern so ihre wissenschaftliche Sichtweise. In das Young Scientist Meeting begleitenden Seminaren lassen sich die Nachwuchswissenschaftler*innen des JKI darüber hinaus von hinzugeladenen JKI-internen oder externen Gastrednern über selbstgewählte Themen von Interesse informieren.

EXTERNE ELEMENTE

Wissenschaftlicher Beirat des JKI

Zusammengesetzt aus Expert*innen der verschiedenen für das JKI relevanten Fachgebiete unterstützt und berät der wissenschaftliche Beirat des JKI die Leitung bei der Forschungs- und Entwicklungsplanung im Rahmen regelmäßiger gemeinsamer Sitzungen. Darüber hinaus werden die einzelnen Institute regelmäßig von Kommissionen aus Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats evaluiert. Hieraus ergeben sich wichtige Impulse zum Beispiel bei der Neubesetzung von Leitungsstellen oder bezüglich notwendiger Anpassungen der Forschungsaufgaben. Mehr Informationen

Forschungsmanagement des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Auf der Basis der Richtlinien für das Forschungsmanagement des BMEL pflegt das JKI einen strukturierten und regelmäßigen Austausch mit dem BMEL auf mehreren Ebenen. So tauschen sich in jährlichen Strategiegesprächen der Präsident des JKI mit der fachlich zuständigen Abteilungsleitung im BMEL über übergeordnete fachliche und wissenschaftliche Entwicklungen und dem daraus resultierenden Beratungs- und Forschungsbedarf des BMEL in den verschiedenen Themenfeldern aus.

Ebenfalls in jährlichen Fachgesprächen findet ein Austausch zwischen den einzelnen Fachinstituten des JKI und den jeweiligen Fachreferaten des BMEL statt. Hierbei werden abgeschlossene, laufende und geplante Forschungsaktivitäten sowie sonstige Aktivitäten und Entwicklungen des Fachinstituts diskutiert und in die Weiterentwicklung der Forschungsprogramme der JKI-Fachinstitute einbezogen. Darüber hinaus tauschen sich die Forschungskoordination des JKI und das für das JKI zuständige Betreuungsreferat des BMEL in regelmäßigen Quartalsgesprächen über aktuelle Entwicklungen auf beiden Seiten aus. Sie bilden die Schnittstellen zu den obersten Leitungen von JKI bzw. BMEL einerseits und zu den JKI-Fachinstituten bzw. BMEL-Fachreferaten andererseit.

Akkreditierung von Prüfverfahren nach DIN EN ISO/IEC 17025

Im Rahmen der Wahrnehmung seiner hoheitlichen Aufgabe als Nationales Referenzlaboratorium für Schadorganismen der Pflanzen [NRL-Homepage] akkreditiert das JKI die relevanten Laborbereiche mit den dort angewandten Prüfverfahren nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 „Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“. Mit Hilfe eines auf diese Norm ausgerichteten Qualitätsmanagementsystems werden Prozesse und Verfahren standardisiert und dokumentiert, eingesetzte Geräte und Reagenzien überwacht, Mitarbeitende geschult und deren Kompetenz durch regelmäßige Teilnahme an Laborvergleichsuntersuchungen bestätigt. Alle Elemente dieses Qualitätsmanagementsystems werden einerseits in internen Audits und andererseits durch von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) bestellte externe Gutachter regelmäßig und systematisch überprüft.

Darüber hinaus sichert das JKI die Qualität der im Rahmen der Anerkennungsprüfung von Pflanzenschutzgeräten im Teilbereich „Geräteprüfung“ durchzuführenden Verfahren sowie der dabei erhaltenen Prüfergebnisse, indem es sich auch hier an der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 orientiert.

Audit „berufundfamilie“

Eine familienbewusste und lebensphasenorientierte Ausrichtung der Personalpolitik zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll in den Strukturen und Verfahren des JKI nachhaltig verankert werden. Mit dem Ziel, die Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu verbessern und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten sowie deren Bindung an das JKI zu erhöhen setzt das JKI dabei auf Kooperation, Kommunikation, Teamarbeit, Wertschätzung und Familienfreundlichkeit. Bereits jetzt ermöglicht das JKI seinen Beschäftigten unter anderem eine flexible Arbeitszeitgestaltung, Telearbeit, Teilnahme an Fortbildungsangeboten sowie die Inanspruchnahme von Sonderregelungen für die Betreuung von Familienangehörigen. Darüber hinaus werden Jahresmitarbeitergespräche und regelmäßige Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz angeboten.

Wissenschaftsrat der Bundesregierung

Der Wissenschaftsrat der Bundesregierung wird ca. alle 7 Jahre vom BMEL beauftragt, die Forschungseinrichtungen des BMEL zu evaluieren. Seit seiner Gründung im Jahr 2008 erfolgte dies im JKI zweimal, zuletzt im Jahr 2014 mit der Feststellung, dass das JKI als eine der größten und thematisch vielseitigsten Einrichtungen für Kulturpflanzenforschung in Deutschland den Auftrag der Politikberatung auf überzeugende Weise erfüllt, Dienstleistungen in hoher Qualität anbietet und gute bis sehr gute Forschung durchführt (gemäß dem Vorsitzenden des Wissenschaftsrates). Aktuell ist eine erneute Evaluierung für 2022 vorgesehen, in der das JKI erneut beweisen muss, ob es seine erfolgreiche Entwicklung fortsetzen und seine Position als leistungsstarke Forschungseinrichtung weiter festigen konnte.