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Auf die Wilden kommt es an - Bedeutung der Wildarten unserer heutigen Kultur- und Nutzpflanzen am Tag der offenen Tür am 27. Mai 2018 in Braunschweig

Möhren, Sellerie, Getreide oder Zuckerrübe und fast alle Pflanzen, die wir heute essen oder nutzen, stammen ursprünglich von Wildpflanzen ab. Dass sich Kultur- und Nutzpflanzen im Verlauf der vergangenen 10.000 Jahre aus Wildarten entwickelt haben, gilt als eine der größten kulturellen Leistungen der Menschheit.

Das JKI nutzte die Gelegenheit des Tags der offenen Tür am Thünen/BVL-Campus in Braunschweig mit rund 4 500 Besucherinnen und Besuchern, um ihr Projekt anlässlich der European Sustainable Development Week (ESDW) 2018 (www.esdw.eu) der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am Beispiel der vier heimischen und inzwischen gefährdeten Wildsellerie-Arten in Deutschland informierten sich zahlreiche interessierte Besucher, wie diese Wildpflanzen in situ, d.h. in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, besser erhalten werden können. Dies kann gelingen, wenn ein Verbund von Kooperationspartnern aus den Bereichen Naturschutz und Landwirtschaft an einem Strang zieht und ein Netzwerk genetischer Erhaltungsgebiete für diese und andere „wilden Verwandten“ unserer Kulturarten entwickelt. Nur so ist der Schutz dieser Arten innerhalb und außerhalb landwirtschaftlicher Nutzflächen nachhaltig möglich. Künftige Nutznießer werden wir Menschen sein. Blätter der Wildsellerie-Art Helosciadium nodiflorum (Handelsname Sedanina), die auch entlang von Bachufern im Wald vorkommen kann und im Handel als Wildgemüse angeboten wird, konnten ebenso verkostet werden wie Sedanina-Smoothies. Diese Wildpflanzenart (von der Stauden- und Knollensellerie allerdings nicht abstammt) hat Ertragspotenzial und auch das Potenzial zur Züchtung einer neuen Kulturpflanze.

Nutzbare Wildpflanzenarten stellen auch heute noch eine enorm wertvolle genetische Ressource dar. Ohne sie ist nicht möglich, aktuelles Zuchtmaterial kontinuierlich an den Klimawandel und veränderte Anbaubedingungen der Zukunft anzupassen.  Als genetische Ressource sind Wildpflanzenarten für die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft daher unverzichtbar. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung und zur landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Völkerrechtlich besteht seit der Verabschiedung des Übereinkommen über die biologische Vielfalt im Jahr 1992 eine verbindliche Pflicht Strategien zu entwickeln, diese Wildpflanzenarten auch in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten (in situ) zu erhalten.

Alle Informationen zu dem Modell- und Demonstrationsvorhaben GE-Sell https://netzwerk-wildsellerie.julius-kuehn.de/