Springe direkt zu:
Service Navigation

Aktuell

Biofach 2019: VIP-Messerundgang mit BM Klöckner stoppt beiJKI-Präsentation

(v.l.) Dr. Cornel Adler (JKI) zeigt IFOAM-Präsidentin Peggy Miars und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Audiosystem mit dem Fraßgeräusche von Vorratsschädlingen hörbar werden. © S.Hahn/JKI

Der VIP-Rundgang anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Biofach-Messe in Nürnberg machte am 13.2. Station bei der Präsentation des Julius Kühn-Instituts in Halle 9-351. Hier stellte das JKI bis zum 16.2. auf dem Gemeinschaftsstand des Bundeslandwirtschaftsministeriums seine Forschung zur biologischen Saatgutbeizung, eine Online-Bestimmungshilfe für Schaderreger und Unkräuter und seine Arbeiten im Bereich Vorratsschutz vor. Vorratsschutzexperte Dr. Cornel Adler und Prof. Dr. Stefan Kühne von der JKI-Stabstelle für Ökolandbau hatten die Gelegenheit Bundesministerin Julia Klöckner, der Präsidentin des Weltbiodachverbands IFOAM Peggy Miars, sowie dem Geschäftsführer des BÖLW Peter Röhrig und dem Vorstandsvorsitzenden des Dachverbands Dr. Felix Prinz zu Löwenstein und weiteren Köpfen der Biobranche ihre Forschungen zu erklären.

Im JKI-Beitrag zum Fachkongress gingen Dr. Eckhard Koch vom Institut für Biologischen Pflanzenschutz und Dr. Adler noch mehr ins Detail. Die Darmstädter Kollegen forschen langjährig an der Prävention samenbürtiger Krankheiten. Diese werden im konventionellen Bereich durch die Beizung, einen Wirkstoff-Mantel um das Saatgut bekämpft. Ökologisch wirtschaftende Landwirte benötigen hier alternative Methoden. So können die Krankheitserreger am Samen mit heißem Wasser oder Wasserdampf oder aber durch den Beschuss mit Elektronen abgetötet werden. Auch eine Ummantelung mit einem Wirkstoff auf Senfbasis oder ätherischen Ölen hilft teilweise.

Besonders elegant scheint jedoch der Ansatz zu sein, im Boden natürlich vorkommenden Gegenspieler wie Bakterien oder Pilze zu nutzen um gezielt gegen bestimmte Krankheitserreger im Boden vorzugehen. Vier vielversprechende Kandidaten, 3 Bakterien und ein Pilz, der gegen die „Kinderkrankheit“ Fusariose bei Mais hilft wurden im Rahmen des Forschungsprojektes SaatMaisPlus gefunden, das ebenfalls am Stand vorgestellt wurde.

Die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg hatte im Rahmen des Fachkongress‘ eine Podiumsdiskussion organisiert. Hier erklärten die Partner des Beetle-Sound-Tube-Projektes, welches von der Europäischen Union über das „eip-agri“-Programm gefördert wird, wie sie gemeinsam den Lauschangriff auf Vorratsschädliche Insekten in großen Getreidelagern starten. Fernziel ist es, den Befall punktuell anhand der Fraßgeräusche der Larven zu erkennen und in diesen Bereichen über Röhren (Tubes) nützliche Gegenspieler wie z.B. Schlupfwespenarten einzuschleusen, die vor Ort die Bekämpfung übernehmen.