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Aktuell

Erprobung für die Praxis: Akustische Früherkennung von Getreideschädlingen

Anita Beblek, (agrathaer GmbH), Christina Müller, Cornel Adler (JKI), Isabell Szallies (agrathaer), Silvia Wernitz (Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark e.V.), Bernd Moritz (Belziger Kraftfutter GmbH), Sebastian Schuster (BayWa AG), Michael Wimmer (FG Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg), Jörg Vogelsänger, Minister f. Ländl. Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg)

Am 6. September 2017 fand am Seddiner See die feierliche Übergabe der Bewilligungsbescheide für die aktuelle Förderrunde der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-AGRI) durch den Brandenburgischen Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL), Herrn Jörg Vogelsänger statt. Der am JKI-Institut ÖPV angesiedelte Arbeitsbereich Vorratsschutz überzeugte als wissenschaftlicher Partner mit dem Projekt „Beetle Sound Tube“. Das „Beetle Sound Tube“-System bündelt die vergleichsweise sehr leisen Bewegungs- und Fraßgeräusche vorratsschädliche Insekten in den Getreidekörnern von Getreidesilos, wertet sie automatisch digital aus und stellt das Ergebnis dem Lagerhalter mit Empfehlungen für die Bekämpfung zur Verfügung. Vorteil: ein Befall wird dabei frühzeitig akustisch erkannt.

Insekten, die sich in Getreidelagern ausbreiten, können für Landwirte und Lagerhalter ein großes Problem darstellen. Oft ist der durch den Befall entstehende Temperatur- und Feuchteanstieg das größte Problem, denn so wird Milben- und Schimmelbefall ermöglicht. Getreide, das Schimmelgifte (Mykotoxine) enthält, ist für Mensch und Tier nicht mehr nutzbar und muss vernichtet werden. Deshalb ist die Früherkennung von Schädlingsbefall von hoher Bedeutung, denn je früher ein Befall erkannt wird, desto besser kann er bekämpft und die Verluste minimiert werden.

Das JKI forschte bereits im BLE-Projekt „InsectTap“ an der akustischen Früherkennung von Vorratsschädlingen. Ein künstlich erzeugter Befall mit Kornkäfern konnte in Versuchen schon etwa acht Wochen früher akustisch entdeckt werden, d.h. bevor erste Tiere an der Getreideoberfläche erschienen und ein Temperaturanstieg messbar war. Mit dem neuen Forschungsprojekt wird  der Schritt in die Praxisbetriebe gewagt.

Das Projekt mit einer Laufzeit von 5 Jahren beginnt im November 2017. Ziel der 12 Projektpartner, darunter vier Praxisbetriebe, ist die akustische Früherkennung von Insekten in Silos zur Marktreife zu bringen. Projektkoordinator ist die agrathaer GmbH.  Die Förderung mit rund 1,2 Mio. € erfolgt durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Auftrag des MLUL.