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JKI beteiligt an Projekt mit kenianischen Farmern und Wissenschaftlern zur Reduktion von Pilzgiften in Mais

Aspergillusbefall an Maiskolben © Verena Ristau/JKI

Das feuchtwarme Klima in bestimmten Regionen Afrikas bietet Schimmelpilzen optimale Wachstumsbedingungen. Bestimmte Pilzarten, die z. B. Mais befallen, bilden in der Pflanze giftige Stoffe, sogenannte Mykotoxine. Werden Pilzkrankheiten nicht bekämpft, gelangen diese Pilzgifte in die maisbasierte Nahrung und über das Tierfutter in die Milch. Mais und Milch sind in Sub‐Sahara Afrika sehr beliebte Lebensmittel und werden in großen Mengen konsumiert. Beide Lebensmittel sind häufig mit Aflatoxinen belastet, diein höheren Dosen zu Leberversagen führen. Aflatoxine sind stark krebserregend, unterdrücken das Immunsystem und führen zu Unfruchtbarkeit und Missbildungen bei Neugeborenen. Das neue vom Max-Rubner-Institut koordinierte Forschungsprojekt namens AflaZ, an dem auch das JKI beteiligt ist, soll Abhilfe schaffen.Das Projekt wird vom BMEL im Rahmen des Programms „Innovative Ansätze zur Verarbeitung lokaler Lebensmittel in Subsahara-Afrika und Südostasien“ gefördert.

Gemeinsam mit kenianischen Partnern werden Strategien entwickelt, um die Aflatoxin‐Belastung der genannten Lebensmittel zu reduzieren. Um das zu erreichen, wird ein umfassender Ansatz verfolgt, denn es ist bekannt, dass viele Faktoren in die Mykotoxinbildung hineinspielen. Natürlich ist die Bekämpfung des Pilzbefalls Ausschlag gebend. Aber auch die Beschaffenheit des Ackerbodens, auf dem die Pflanzen wachsen, oder Insekten, die die Pilzsporen weiterverbreiten und dem Pilz durch Fraßaktivität an der Pflanze Eintrittspforten öffnen, spielen eine wichtige Rolle im Krankheitsgeschehen und bieten Bekämpfungsansätze.

Deshalb wird der JKI Entomologe Dr. Wolfgang Büchs (Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde) die Übertragung von toxinbildenden Pilzen durch Insekten auf Mais untersuchen. Der Biologe Dr. Torsten Meiners (Fachinstitut für Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz) geht der Frage nach, inwiefern sich der Pilzbefall mit Inhaltsstoffen oder Extrakten von in Keniavorkommenden Pflanzen bekämpfen lässt.

Am 06.12.2018 fand am Max-Rubner-Institut in Karlsruhe (MRI) das Kick-Off-Meeting der Projektpartner für das AflaZ-Projekt statt. Die Arbeiten der anderen Projektpartner setzen bei der Optimierung von der Verarbeitungs‐ und Lagerbedingungen an. Andere beschäftigen sich mit dem so genannten „Carry Over“ wenn verschimmelte Maiskolben an Milchkühe verfüttert werden.

Nicht zuletzt schließt das AflaZ-Projekt umfangreiche Programme zur Kompetenzerweiterung und Kooperationen mit lokalen Institutionen, Farmern, Studierenden und weiteren Beteiligten mit ein. Denn auf den kleinen, ländlich gelegenen Farmen mit z. T. jahrhundertealten Anbautraditionen ist es schwierig, Änderungen in der Bewirtschaftung zu erreichen. Eine an die Bedingungen angepasste Kommunikation und die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und den Farmern vor Ort sind wichtige Voraussetzungen für einen nachhaltigen Wissenstransfer. Die kulturelle Akzeptanz der Empfehlungen und die Annahme der neuen Methoden und des erarbeiteten Wissens durch die lokale Bevölkerung sind wichtig, damit das Projektziel erreicht werden kann.

Hintergrundinformationen zum Projekt

Förderkennzeichen 2816PROC12
Laufzeit 11/2018 – 12/2021
Fördersumme ca. 1,3 Mio Euro (für alle Partner)
JKI-Anteil 180. 000 Euro
Koordination MRI Karlsruhe, Institut für Sicherheit und Qualität bei Obst und Gemüse (Dr. Markus Schmidt-Heydt)
Weitere Partner MRI-Institut für Sicherheit und Qualität bei Getreide; MRI-Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch; JKI-Institut für Ökologische Chemie, Pflanzenanalytik und Vorratsschutz; JKI-Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde; FLI-Institut für Tierernährung; Universität Koblenz‐Landau (UKL), Interdisziplinäre Forschungsgruppe Umwelt & Umwelt- und Bodenchemie; Kenya Agricultural & Livestock Research Organization (KALRO) und die East Africa Farmers Federation (EAFF)