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JKI wird Mitglied des europäischen Virusarchivs EVAg

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Tobamovirus-Partikeln, 21.000-fache Vergrößerung. ©Katja Richert-Pöggeler/JKI

Schritt für Schritt werden jetzt auch Pflanzenviren in den digitalen Katalog aufgenommen, der bisher nur auf human- und tierpathogene Viren ausgerichtet war. Das JKI steuert seine Sammlung von Viren bei, die Kulturpflanzen befallen.

Wer Informationen über das Virus SARS-CoV-2 sucht, das die aktuelle COVID-19-Pandemie verursacht, wird auf der Internetseite des European Virus Archive Global (EVAg) schnell fündig. Der digitale Katalog bietet frei zugängliche Daten zu human- und tierpathogenen Viren und ermöglicht Partnern aus Wissenschaft, Industrie und den Gesundheitsbehörden auf der ganzen Welt, Virusproben, Zellkulturen und anderes Material für ihre Forschung zu erwerben.

Im gerade gestarteten EU-Projekt EVA-GLOBAL werden nun auch Pflanzenviren in den Katalog aufgenommen. Als Partner des Projekts wird das Julius Kühn-Institut (JKI) seine Sammlung von Pflanzenviren hinzufügen. Dazu zählen altbekannte Viren mit historischer Bedeutung, wie das Tabakmosaikvirus, das nicht nur der erste Krankheitserreger war, der als „Virus“ bezeichnet wurde (1898), sondern bis heute in der Biologie als wichtiges Modellsystem fungiert. „Aber auch aktuelle Erreger von Pflanzenkrankheiten wie etwa neue Nanovirusarten, die im Fokus der JKI-Forschung stehen, bringen wir in das europäische Virusarchiv ein“, sagt Dr. Katja Richert-Pöggeler, die am JKI-Fachinstitut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik die elektronenmikroskopischen Untersuchungen leitet.

Seit Anfang des Jahres (2020) stellen die Forscherinnen und Forscher des JKI nun die Eckdaten zu den Viren zusammen, die in den Katalog aufgenommen werden sollen. Dazu zählen unter anderem Angaben zur Herkunft des Erregers, Klassifizierung, Wirtspflanzen und, soweit vorhanden, Sequenzdaten zum Erbgut. „Die Vernetzung der Forschungsgemeinschaft sowie der schnelle Zugang zu Informationen und Forschungsmaterial sollen dazu beitragen, dass Virus-Ausbrüche überall auf der Welt besser unter Kontrolle gebracht werden können“, erklärt Dr. Richert-Pöggeler das Engagement.
Ende April sollen die ersten Pflanzenviren bei EVAg online gestellt werden. Die Website ist hier zu erreichen: https://www.european-virus-archive.com/

Hintergrund
An EVA-Global sind akademische Einrichtungen aus dem Bereich der Virologie sowie internationale Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisationen (WHO) und die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) beteiligt. Mit dem Julius Kühn-Institut und dem Friedrich Loeffler-Institut sind auch zwei Ressortforschungsinstitute des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Mitglieder des Projekts. Finanziert wird EVA-Global im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020.

Ansprechpartner
Dr. Katja Richert-Pöggeler
Julius Kühn-Institut (JKI), Institut für Epidemiologie und Pathogendiagnostik
Messeweg 11-12
38104 Braunschweig
Tel.: 0531 299 3730
E-Mail: katja.richert-poeggeler@julius-kuehn.de