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Kirschessigfliege: 6. Internationale Fachtagung zeigt Fortschritte der Bekämpfung auf

Eröffnung der Tagung durch Frau Dr. Heidrun Vogt, JKI

75 Teilnehmer aus Deutschland, Belgien, Italien und der Schweiz präsentierten am 5. und 6. Dezember in 48 Beiträgen die aktuellsten Erkenntnisse zur Kirschessfliege (Drosophila suzukii). Das Julius Kühn-Institut (JKI) organisierte und leitete die Tagung zusammen mit dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ), Karlsruhe. Experten mehrerer JKI-Fachinstitute stellten in 12 Vorträgen ihre Ergebnisse vor. Dies belegt den starken Fokus des JKI bei der Erforschung dieses invasiven Obstschädlings, was durch das BMEL gefördert wird.

Die Tagung, bei der auch Diskussionen nicht zu kurz kamen, machte deutlich, dass die Bedrohung durch diesen über die USA aus Asien eingeschleppten Schädling nach wie vor sehr hoch ist. Die invasive Kirschessigfliege führt regelmäßig zu hohen wirtschaftlichen Verlusten, vor allem im Stein- und Beerenobst. Auch im Weinbau können an empfindlichen Sorten, v.a. Rotweinsorten, Schäden auftreten. Ausführliche Informationen zu diesem Schädling in Obstkulturen finden Sie im Wissensportal des JKI.

Derzeit bestehen die wichtigsten Maßnahmen zur Begrenzung der Schadwirkung der Kirschessigfliege im optimalen Einsatz von Kulturschutznetzen, Maßnahmen zur guten Durchlüftung der Bestände oder zur Lockerbeerigkeit bei Trauben bzw. dem Anbau lockerbeeriger Traubensorten, engen Pflückabständen bei Beerenobst oder der intensiven Überwachung des Auftretens der adulten Fliegen und dem Beginn der Eiablage, um Insektizide optimal einzusetzen. In den Beständen sollte während der gesamten Ernteperiode auf einwandfreie Hygiene geachtet werden. Eine enge Betreuung der Betriebe und intensive Informationsarbeit, auch unter Nutzung moderner Medien wird angestrebt. Derzeitige Forschungsarbeiten zielen darauf ab, neue Bekämpfungsverfahren zu entwickeln, bei denen natürlich vorkommende Lockstoffe, Repellentien oder auch Gegenspieler zum Einsatz kommen. Obwohl hier Fortschritte erzielt wurden, gibt es noch keine praxistauglichen Anwendungen. Auch wenn Insektizide nur begrenzt gegen bestimmte Entwicklungsstadien der Kirschessigfliege eingesetzt werden können, sind sie daher derzeit noch unerlässlich. Sie unterstützen bei richtigem Einsatz die übrigen Maßnahmen und helfen, den Befall einzugrenzen.

Die Tagung ermöglichte den Teilnehmern einen regen Austausch zum aktuellen Kenntnisstand. Es wurden  methodische Aspekte besprochen, Arbeitsziele definiert und neue Kooperationen initiiert. Die diesjährige 6. Tagung fand am DLR in Bad Kreuznach statt. Die örtliche Organisation lag 2017 in Händen der Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP).