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Mit dem Apfelwickler zum Sieg im Science Slam 2022 in Bozen

"Die Idee ist, dass Landwirte zukünftig einige Apfelwickler aus ihrer Plantage sammeln und wir diese dann, z.B. via PCR-Test, gezielt auf das Frühaufsteher-Gene testen können. Aber bis dahin muss wohl noch ein bisschen geforscht werden," so Christian Oehlmann Doktorand am Fachinstitut für Biologischen Pflanzenschutz und Sieger des Science Slam 2022 in Bozen. ©JKI

Christian Oehlmann, Doktorand des JKI-Fachinstituts für Biologischen Pflanzenschutz und des Versuchszentrums Laimburg, entschied den dritten Abend des ScienceSlam.it 2022 für sich.

(Dossenheim) Der Winter ist für Apfelwicklerlarven, die sich von Fruchtfleisch und Samen der Äpfel ernähren, eine magere Jahreszeit. Die beste Strategie besteht für sie also darin, den Winter zu verschlafen – „Diapause“ heißt das im Wissenschaftssprech.

Es ist bekannt, dass manche Larven früher aus ihrem Winterschlaf erwachen, andere hingegen brauchen länger. Je früher die Apfelwickler im Jahr aufwachen, desto mehr Zeit bleibt ihnen, um Nachwuchs innerhalb eines Jahres zu erzeugen und den Schädlingsdruck auf Apfelplantagen zu erhöhen. Was die Wissenschaftler aus Paarungsversuchen auch wissen: Ob Langschläfer oder Frühaufsteher wird beim Apfelwickler genetisch vererbt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm oder Der frühe Apfelbauer fängt viele Larven
Christian Oehlmann möchte in seiner Doktorarbeit nun diese Gene finden und darauf aufbauend einen Schnelltest entwickeln. Dieser soll den Obstbauern schon im Vorjahr einen Hinweis geben, zu welchem Zeitpunkt zwischen April und Juli die ersten Larven im kommenden Jahr aktiv werden. Dem Apfelproduzenten gibt das die Möglichkeit, seine Pflanzenschutzbehandlungen anzupassen – und somit Mittel einzusparen und die Umwelt zu schonen. Warum er nun die Geschlechtschromosomen für diesen Schnelltest sequenzieren muss, erklärt er charmant und anschaulich in seinem zehnminütigen Vortrag „Schlafen die Schädlinge noch?“.

Wissenschaft verständlich kommuniziert: Science-Slam Vortrag „Schlafen die Schädlinge noch?“ auf YouTube.

Weitere Kandidaten, Themen und Vorträge des Science Slam.it finden Sie unter: https://www.scienceslam.it/.

Versuchszentrum Laimburg
Seit 2013 arbeiten das JKI und das Versuchszentrum Laimburg in Bozen zusammen. Im Juni 2021 wurde vor kurzem der laufende Koooperationsvertrag um fünf weitere Jahre verlängert.

Siehe Pressemitteilung: Julius Kühn-Institut und Versuchszentrum Laimburg in Südtirol intensivieren Zusammenarbeit.

Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Forschung liegt im Apfelanbau.