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Neuer Ansatz zur biologischen Drahtwurm-Bekämpfung

Drahtwurmbefall einer Kartoffel

Drahtwürmer können aufgrund fehlender chemischer Pflanzenschutzmittel immer schwieriger bekämpft werden. Sie stellen daher nicht nur im ökologischen, sondern auch im integrierten Anbau ein wachsendes Problem dar. Besonders im Kartoffelanbau verursachen Drahtwürmer – so die Bezeichnung für die Larven verschiedener Schnellkäferarten - enorme Schäden. Von einem Drahtwurm angebohrte Knollen können nicht mehr als Speise- oder Pflanzkartoffeln vermarktet werden. Ziel eines bis Ende 2020 geförderten Verbundprojekts ist es, eine neue Bekämpfungsstrategie auf biologischer Basis zu entwickeln.

Im Rahmen des Projekts untersuchen die Partner in einem ersten Schritt verschiedene insektenpathogene Pilzstämme auf ihre Wirksamkeit gegenüber Drahtwürmern. Dabei werden gleichzeitig mögliche Applikationen mittels eines Hirsegranulats geprüft.

Das Produktionsverfahren und dessen wirtschaftliche Umsetzbarkeit entwickelt das JKI-Institut für Biologischen Pflanzenschutz am Standort Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ABITEP GmbH. Aufgrund seiner Erfahrungen im entomologischen Bereich untersucht das JKI-Institut für Ackerbau und Grünland die Wirkung auf verschiedene im Kartoffelanbau wichtige Drahtwurmarten in Halbfreiland- und Feldversuchen sowie den Abbau des Granulats und erarbeitet Anwendungsempfehlungen. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt liegt in der Optimierung der vorhandenen Technik zur Ablage des Granulats. Die Versuche, die das JKI-Institut für Anwendungstechnik im Pflanzenschutz mit der Firma LEHNER Agrar GmbH plant, sollen klären, wie die Granulatstreuer modifiziert werden können, um eine optimale Platzierung des Granulats bei gleichzeitiger Minimierung des Granulatabriebs zu gewährleisten. Weiter soll geprüft werden, ob eine spritzbare Formulierung entwickelt und eingesetzt werden kann.

Das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) finanzierte Projekt wurde im Rahmen der BLE-Innovationsförderung im Förderbereich „Nachhaltiger Pflanzenschutz“ bis Ende 2020 genehmigt. Die Fördersumme beträgt insgesamt 630.000 Euro.