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Projektstart „SattGrün“ - Satellitengestützte Information zur Gründlandbewirtschaftung

Satellitendaten sollen künftig Entscheidungshilfen für Grünlandbewirtschaftung bereitstellen

Wiesen und Weiden (Grünland) prägen unsere Landschaften. Das Grünland liefert das Futter für Kühe und Schafe und ist somit sehr wichtig für die Produktion von Milch und Fleisch. Zusätzlich sind Grünlandflächen wichtige Lebensräume für die Artenvielfalt zahlreicher Pflanzen- und Tierarten. Ebenso speichern sie CO2 und tragen so zur Regulierung des Naturhaushaltes bei.

Jedoch ist das Grünland in Gefahr: Vorwiegend findet man es auf den Flächen, die ackerbaulich nicht gut zu bewirtschaften sind, da sie entweder zu naß, zu trocken oder zu steil sind. Die Verwendung von Kraftfutter aus Maissilage oder der Import von Soja führte dazu, dass Grünlandflächen verschwunden sind, da die Flächen umgebrochen wurden bzw. sie verschwinden auch heute noch, da die Nutzung aufgegeben wird und die Flächen verbuschen.

Eine innovative, zukunftsfähig und umweltverträgliche Bewirtschaftung und Pflege des Grünlandes kann helfen, die wichtigen Ökosystemleistungen auch für die Zukunft sicherzustellen.

Aus diesem Grund hat sich ein Konsortium aus Forschungseinrichtungen und Wirtschaftspartnern im Projekt „SattGrün“ zusammengefunden. Das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit 1,5 Millionen € aus dem Programm zur Förderung von Innovationen für eine nachhaltige Grünlandwirtschaft finanziert.

Ein Ziel des Projekts ist Landwirten moderne Werkzeuge bereitzustellen, die die Bewirtschaftung von Grünland unterstützen. Was im Ackerbau als Precision Farming Eingang gefunden hat, ist in der Grünlandwirtschaft kaum etabliert, da wichtige Informationen bisher nicht verfügbar waren.

Die Projektgruppe um „Sattgrün“ nutzt Wetterdaten und Prognosen sowie aktuelle Satellitenbilder der Europäischen Sentinel Satelliten und kombiniert diese Daten mit Computermodellen, um beispielsweise die optimalen Erntetermine für die besten Qualitätseigenschaften des Futters zu ermitteln. Gleichzeitig werden Nutzungsszenarien entwickelt, bei denen das Grünland zum Binden des Treibhausgases CO2 eingesetzt werden kann. Das JKI übernimmt im Projekt Sattgrün die Modellierung und Quantifizierung der Kohlenstoffsequestrierung und Stickstoffumsätze im Grünland sowie die Auswertung von Radarsatellitenbildern zum Monitoring des Grünlandes.

Projektpartner

  • Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., Müncheberg (Koordinator)
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Julius Kühn-Institut, Institut PB und FLF, Braunschweig
  • Deutscher Wetterdienst, Braunschweig
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Halle/Leipzig
  • Farm Facts GmbH, Pfarrkirchen
  • Vista-Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH, München

Presseinformation Nr. 107 des BMEL vom 14.12.2017

Presseinformation ZALF vom 11.01.2018