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Rund um den Weinberg: Das JKI auf der Grünen Woche 2019

„Von A wie Aroma bis Z wie Zikade“: auf den vier Ständen des Julius Kühn-Instituts in Halle 23a dreht sich diesmal alles um Weinbau,Rebschutz und Rebenkrankheiten, Genbankarbeit und Züchtung neuer Rebsorten. Ein Schwerpunkt liegt darauf, wie die Digitalisierung die Arbeit der Winzer in ihren Rebflächen aber auch der Rebenzüchter künftig erleichtern und verbessern wird. Digitalisierung ist insgesamt ein Fokus des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei seiner Sonderschau auf der Internationalen Grünen Woche. So findet dann auch gleich am Eröffnungstag (18.01.) auf der zentralen Bühne in der Halle ein Science Slam von Wissenschaftlern aus den Forschungsinstitutionen des BMEL statt. Aus dem JKI werden zwei Beiträge erwartet: (1.) zum Phenoliner, einem Phänotypisierungsroboter, der die Züchtung beschleunigen soll (2.) zu zum Schneckenroboter, der die Schädlinge selbsttätig erkennt und entsorgt.

Die Züchtungsforscher des JKI sind mit einer Aromakomponenten-Theke, dem Phenobot, einem Traubenscanner und ihren Neuzüchtungen widerstandsfähiger Rebsorten vor Ort. Weine aus den letzteren werden bei moderierten Bühnenaktionen an den Wochenenden und dem langen Freitag zur Verkostung angeboten. In der Deutschen Genbank Reben, die als Onlineplattform vorgestellt wird, werden Rebstöcke von alten Sorten und wilden Verwandten der Rebe aufbewahrt. In dem Material wird nach Resistenzgenen und anderen nutzbringenden Eigenschaften gesucht, die helfen, die Weinrebe fit für die Zukunft zu machen. Nicht zuletzt sind widerstandsfähige Sorten auch ein wichtiger Beitrag, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

Die Pflanzenschützer des JKI stehen an einem überlebensgroßen Modell der Reblaus und berichten über ihre Forschungsarbeiten zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten, Virosen und Schadinsekten. Dabei wird oft nach neuen Wegen gesucht, etwa beim Einsatz von Lockstofffallen oder bei der so genannten Pheromonverwirrtechnik. Die Reblaus wird beispielsweisemit resistenten Unterlagen in Schach gehalten, denn Rebstöcke werden ähnlich wie Obst veredelt, indem das Edelreis auf eine Unterlage gepfropft wird.

Nicht in Halle 23a, sondern in der Halle 1.2, die sich ausschließlich dem Ökolandbau widmet, sind die Darmstädter Kolleginnen und Kollegen des JKI-Fachinstituts für Biologischen Pflanzenschutz zu finden. Sie stellen auf dem Stand der BÖLN-Geschäftsstelle das Projekt EcoOrchard vor. Hier arbeiteten Forschungseinrichtungen und Betreiber von Apfelanlagen aus neun europäischen Ländern daran, die biologische Vielfalt in Apfelanlagen zu erhöhen, natürliche Gegenspieler zur fördern und somit die Ökosystemdienstleistungen der Anlagen zu verbessern.