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Startschuss für InnoHerb, ein Verbundvorhaben zum effizienteren Herbizideinsatz

Konkurrenzschwache Unkräuter wie Ehrenpreis-Arten  müssen in Getreidebeständen nicht immer bekämpft werden.  © A. Verschwele/JKI
Konkurrenzschwache Unkräuter wie Ehrenpreis-Arten müssen in Getreidebeständen nicht immer bekämpft werden. © A. Verschwele/JKI
Konkurrenzschwache Unkräuter wie Ehrenpreis-Arten  müssen in Getreidebeständen nicht immer bekämpft werden.  © A. Verschwele/JKI

Innoherb ist ein neues vom Julius Kühn-Institut (JKI) koordiniertes Vorhaben, das über das Internet eine praktikable und sichere Entscheidungshilfe zur Verfügung stellen will, um künftig Herbizide in Getreide und Mais sparsamer und zielgerichteter anwenden zu können. Die Landwirtschaftliche Rentenbank fördert über ihr Programm Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar, kurz DIP, eine Kooperation des JKI mit dem ISIP e.V., dem Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion. Für das dreijährige Verbundvorhaben werden über 300.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Einsatz von Herbiziden ist ein wichtiger Baustein zur Ertragssicherung in der landwirtschaftlichen Produktion. Doch nicht jede Kultur auf jeder Fläche muss komplett unkrautfrei sein. Dennoch muss in Zeiten stagnierender Erträge und Produkterlöse die Wirtschaftlichkeit erhalten bleiben. Zunehmende Resistenzen bei Unkräutern erschweren es den Landwirtinnen und Landwirten, das richtige, weil weiterhin wirksame Mittel zu finden. Hinzu kommt die gesellschaftliche Forderung, den chemischen Pflanzenschutz zu reduzieren. Die Herausforderung besteht also darin, das vorhandene Wissen über Wirkungspotenziale von Herbiziden mit modernen digitalen Technologien zu kombinieren, damit die Unkrautbekämpfung so effizient und spezifisch wie möglich erfolgen kann. „Ein verantwortungsvoller Einsatz mit dem notwendigen Maß entspricht dem Grundsatz des Integrierten Pflanzenschutzes“, sagt Dr. Arnd Verschwele vom JKI. Der Unkrautforscher am Standort Braunschweig berichtet, dass die Bedeutung EDV-gestützter Entscheidungshilfen, wie in InnoHerb angestrebt, weiter steigt, weil die Betriebe, die sie einsetzen, einen wirtschaftlichen Vorteil davon haben und gleichzeitig ein wichtiges Signal an die Gesellschaft senden.

Darüber hinaus bietet sich das InnoHerb-Programm für die amtliche und private Beratung als Planungswerkzeug an, beispielsweise um Herbizid-Strategien in Flächen mit resistenten Unkrautarten oder in Wasserschutzgebieten zu entwickeln. InnoHerb soll auch bei der Umsetzung des Schadschwellenkonzepts für Unkräuter eine wichtige Rolle in der landwirtschaftlichen Praxis spielen. „Mit der praktischen Umsetzung aktueller Forschungs- und Entwicklungsergebnisse wollen wir einen Beitrag zur Modernisierung des Pflanzenschutzmanagements leisten“, sagt Dr. Verschwele, der das neue Projekt koordiniert und fachlich leitet.

Zum Projektende soll eine verlässliche Entscheidungshilfe für den Herbizideinsatz in Getreide und Mais zur Verfügung stehen. Das Programm existiert bereits, muss aber praxisgerecht und sicher gestaltet werden. Die Entscheidungshilfe wird gebührenpflichtig über die Internetplattform des Projektpartners ISIP (Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion) zur Verfügung gestellt und auch nach Projektende von den Partnern betreut und aktualisiert. Dass am Ende ein marktreifes Produkt steht, das Landwirtinnen und Landwirte bei ihrer Arbeit unterstützt,  ist ein wichtiges Kriterium für Projekte, die über die Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) gefördert werden.