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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Prof. Dr. Jens Karl Wegener

Adresse
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig

Sekretariat
Heike Große-Kracht
Tel: 0531 299-3651
Fax: 0531 299-3012
at@  julius-kuehn.  de

Abdrift und Risikominimierung

Abdrift ist einer der wesentlichen Pfade, mit dem Pflanzenschutzmittel aus einer zu behandelten Fläche in andere Flächen gelangen können. Mit Hilfe des Modells der Abdrifteckwerte werden im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel die Auswirkungen auf den Naturhaushalt bewertet. Die Anwendungstechnik kann so einen wesentlichen Beitrag zur Risikominderung leisten.

Grundsätzlich dürfen Pflanzenschutzgeräte nur verwendet werden, wenn sie die gesetzlichen Anforderungen gemäß § 16 PflSchG einhalten. Alle vom JKI geprüften und positiv bewerteten Geräte erfüllen diese Anforderungen und werden in der Beschreibenden Liste geführt. Im JKI-Anerkennungsverfahren geprüfte Pflanzenschutzgeräte können zusätzlich hinsichtlich Ihrer abdriftmindernden Eigenschaften oder Pflanzenschutzmittel einsparenden Eigenschaften eingetragen werden.

Abdrifteckwerte im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Naturhaushalt und vor allem auf Nichtzielorganismen in Deutschland seit 1995 anhand der veröffentlichten Abtrifteckwerte bewertet (Studies on the spray drift of plant protection products. Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Heft 305). Inzwischen wurden für fast alle relevanten Kulturen und Anwendungen Abdrifteckwerte im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Abdriftminderung

Die Zulassung vieler Pflanzenschutzmittel ist mit Anwendungsbestimmungen verknüpft. Sie schreiben die Verwendung von abdriftmindernden Pflanzenschutzgeräten vor. In der Beschreibenden Liste (Abschnitt „Verzeichnis Verlustmindernde Geräte – Abdriftminderung“) sind Geräte aufgeführt, die in verschiedene Abdriftminderungsklassen eingestuft sind. Sie tragen in besonderer Weise dazu bei, den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer und Saumstrukturen zu vermindern.
Der Antragsteller muss die für eine Bewertung notwendigen Ergebnisse seiner Abdriftmessungen (Freiland- oder Windkanalmessungen) beim JKI einreichen. Dabei gibt es genaue Vorgaben zur Durchführung der Messungen (JKI-Richtlinien 2-2.1 und 7-1.5). Die Geräte werden dann im Vergleich mit den Abdrifteckwerten oder einem Referenzgerät eingestuft.

Das Faltblatt "Driftmindernde Technik – Anwendung von Pflanzenschutzmitteln mit abdriftmindernden Flachstrahldüsen“   bündelt Informationen zur Verwendung von abdriftmindernder Technik (Stand: Januar 2017). Das vom BMEL unter Mitarbeit des JKI und BVL veröffentlichte Faltblatt informiert über die Pflanzenschutzmittelanwendung am Feldrand und die dabei zu verwendende spezielle Technik.

Pflanzenschutzmitteleinsparung

Das JKI prüft Pflanzenschutzgeräte hinsichtlich ihres Einsparungspotentials an Pflanzenschutzmitteln (Richtlinie 2-3.1). Entsprechen die Ergebnisse den Vorgaben, werden die Geräte  in die Beschreibende Liste (Abschnitt „Verzeichnis Verlustmindernde Geräte - Pflanzenschutzmitteleinsparung“) eingetragen. Auch hier müssen die Geräte das Anerkennungsverfahren zuvor erfolgreich absolviert haben.