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Prüfung von Kabinen für Schlepper und selbstfahrende Spritzgeräte im JKI

Mit Kabine ausgerüsteter Traktor mit angehängtem Spritzgerät
Mit Kabine ausgerüsteter Traktor mit angehängtem Spritzgerät

Die EU Richtlinie 2010/52/EU legt für „land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen auf Rädern“ die Anforderungen für den Schutz vor Kontakt mit gefährlichen Stoffen fest. Die Anforderungen gelten für alle Zugmaschinen und auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen, bei denen das Risiko eines Kontaktes mit gefährlichen Stoffen besteht. Für das Versprühen von Pflanzenschutzmitteln muss das Führerhaus dem Niveau 4 (geregelt in EN 15695-1) entsprechen. Die genannte Norm EN 15695-1 teilt die Kabinen in 4 Kategorien ein und nennt die Kriterien für die Prüfung der Kabinen. Das Ziel der EU Richtlinie ist den Schutz des Anwenders in hinreichend dicht abschließenden Kabinen auch ohne das Tragen von weiteren Schutzausrüstungen (Halbmaske, Schutzanzug usw.) zu garantieren.

Die EN 15695 nennt 4 Schutzkategorien für Kabinen von land- oder forstwirtschaftlichen Traktoren oder Selbstfahrenden Pflanzenschutzgeräten

EN 15695: Schutzkategorie 1: Kein definiertes Schutzniveau
EN 15695: Schutzkategorie 2: - Schutz gegen Staub; - Belüftungs- & Filtersystem mit Möglichkeit zum Filtereinbau; - Überdruck in Kabine 50 Pa od. 20 Pa mit Druckanzeige; - Frischluftrate min. 30 m³/h
EN 15695: Schutzkategorie 3: - Schutz gegen Staub und Aerosole; - Anforderungen der Kategorie 2; - Überdruck in Kabine 20 Pa mit Druckanzeige; - Leckagefreies Belüftungs- und Filtersystem
EN 15695: Schutzkategorie 4: - Schutz gegen Staub, Aerosole und Dämpfe; - Anforderungen der Kategorie 3

Seit dem Jahr 2011 bietet das JKI auch die technische Prüfung von Kabinen nach EN 15695-1 an. Die Kabinen werden für eine Prüfung in einen Prüfraum verbracht und dort über die Vernebelung eines Aerosols (Kochsalz) hinsichtlich der Dichtheit und der Filterwirkung geprüft. Die zu bewertende Kabine muss dabei nicht nur hinreichend dicht sein (max. 2 % Leckage erlaubt) sondern auch genügend Frischluft (min. 30 m³/h) transportieren sowie einen Mindestüberdruck in Innern (min. 20 Pa) aufbauen. Der Fahrer muss über entsprechende Anzeigen oder Warnlampen über den herrschenden Kabinendruck informiert werden. Die technische Prüfung der Kabinen umfasst somit die Messung der Frischluftrate, der Leckage, des Kabineninnendruckes und der Abscheiderate der Filtereinheit.

Nach erfolgreicher Prüfung wird dem Antragsteller die Einhaltung der jeweiligen Kabinenkategorie nach EN 15695-1 bestätigt und die Messergebnisse in einem technischen Bericht aufgeführt.