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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Prof. Dr. Jens Karl Wegener

Adresse
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig

Sekretariat
Dorothee Hauer
Tel: 0531 299-3651
Fax: 0531 299-3012
at@  julius-kuehn.  de

Beizstellen und Sägeräte

Im Frühjahr 2008 kam es in der Oberrheinebene nach der Maisaussaat zu einem durch Pflanzenschutzmittel verursachten Bienensterben.  Seitdem wurde der Schutz der Bienen und anderer Bestäuberinsekten bei der Zulassung und der Anwendung von Saatgutbehandlungsmitteln wesentlich verbessert. So muss die Behandlung des Saatguts in Einrichtungen erfolgen, die Qualitätssysteme zur Staubminderung installiert haben. Die Aussaat von behandeltem Maissaatgut ist nur noch mit abdriftmindernden Geräten erlaubt.

Die Abdrift von Stäuben bei der Aussaat von gebeiztem Saatgut wird als Expositionspfad bei der Zulassung von Beizmitteln berücksichtigt. Dabei sind alle Prozessschritte von der Saatgutaufbereitung bis zur Aussaat zu berücksichtigen. Erste Festlegungen wurden z.  B. für die Beizung von Maissaatgut mit dem Wirkstoff Methiocarb dahingehend getroffen, dass die Staubmenge im Saatgutsack um 90 % und die Abdrift der verwendeten Sägeräte ebenfalls um 90 % gegenüber dem Stand von 2008 gemindert werden muss.

Zurzeit ruhen die Zulassungen für Pflanzenschutzmittel mit neonikotinoiden Wirkstoffen, mit denen bis 2008 Raps, Getreide, Mais und einige andere Saaten gebeizt werden konnten zum großen Teil. Zuckerrüben dürfen weiterhin mit Neonicontinoiden gebeizt werden. Die Aussaat von behandeltem Saatgut darf nur dann mit einem pneumatischen Gerät, das mit Unterdruck arbeitet, erfolgen, wenn dieses in der "Liste der abdriftmindernden Sägeräte" aufgeführt ist.

Für bestimmte Anwendungen, z. B. in Kartoffeln, wurden Zulassungen für Granulate mit diesen Wirkstoffen nach Artikel 53 der Verordnung 1107/2009/EG ausgesprochen. Für die Anwendung dieser Granulate sind Granulatstreuer erforderlich, die bestimmte Eigenschaften besitzen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das JKI hat die in die Beschreibende Liste eingetragene Granulatstreuer bezüglich dieser Eigenschaften geprüft und in die Liste der Granulatstreuer eingetragen. Da die Zulassungen der Granulate nur für 120 Tage ausgesprochen werden, ist auch die Gültigkeit der Liste der Granulatstreuer entsprechend beschränkt.

Heubachgerät zur Messung von Abdrift von Beizstäuben