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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Prof. Dr. Jens Karl Wegener

Adresse
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig

Sekretariat
Heike Große-Kracht
Tel: 0531 299-3651
Fax: 0531 299-3012
at@  julius-kuehn.  de

Kontrolle in Gebrauch befindlicher Pflanzenschutzgeräte

Kontrollplaketten, geprüftes Pflanzenschutzgerät

Die Kontrolle von in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräten hat das Ziel, verschleiß- und alterungsbedingte Mängel aufzuzeigen, die ansonsten zu Lasten der Dosier- und Verteilungsgenauigkeit gehen. Diese Erkenntnis hat in Deutschland bereits Ende der 1960er Jahre zu ersten freiwilligen Kontrollen von Feldspritzgeräten geführt.

Es hat sich bis heute bewährt, diese Kontrollen von amtlich anerkannten Kontrollbetrieben durchführen zu lassen. Dies sind in der Regel private oder genossenschaftliche Landmaschinen-Werkstätten, die die Kontrollen nach amtlichen Vorgaben und Richtlinien durchführen. Ein ganz wesentlicher Vorteil dieser anerkannten Kontrollbetriebe besteht darin, dass die hierbei festgestellten Mängel vor Ort und im Rahmen der Kontrolle behoben werden. Als Nachweis der erfolgreichen Kontrolle wird am Gerät eine Kontrollplakette angebracht.

Die Kontrollen in den Bundesländern sollen bundeseinheitlich erfolgen und die gleiche technische Qualität aufweisen. Daher wurde die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Pflanzenschutz-Gerätekontrolle“ eingerichtet, deren Leitung dem Institut obliegt. In ihr sind die Bundesländer mit ihren Fachleuten vertreten und legen bundeseinheitliche Regelungen/Standards für die organisatorische und technische Durchführung der Gerätekontrolle fest. Die technischen Anforderungen werden in JKI-Richtlinien veröffentlicht.

Mitte 1993 wurde die Kontrolle für Feldspritzgeräte in eine Pflichtkontrolle überführt. Sprühgeräte für Raumkulturen unterliegen seit Mai 2002 einer Pflichtkontrolle. Mit dem In-Kraft-Treten der Pflanzenschutzgeräteverordnung (PflSchGerätV), als nationale Umsetzung der europäischen Richtlinie zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (2009/128/EG), sind alle Pflanzenschutzgeräte nunmehr kontrollpflichtig. Sie mussten bis Ende 2016 mindestens einmal erfolgreich kontrolliert worden sein. Die jetzt europaweit geltende Regelung besagt, dass Besitzer von Pflanzenschutzgeräten verpflichtet sind, ihre Geräte in einem 3-jährigen Rhythmus kontrollieren zu lassen. Geräte ohne gültige Kontrollplakette dürfen nicht verwendet werden.

Weitere Informationen zu der Standardisierung der Gerätekontrolle in Europa finden Sie auf unserer englischen Webseite SPISE.

Ausnahmeregelungen
Die Mitgliedsstaaten der EU können auf nationaler Ebene rechtlich geregelte Ausnahmen festlegen (2009/128/EG, Artikel 8 (3)), wenn die Bewertung der Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt dies zulässt. Diese Ausnahmen können bestimmte Gerätearten von der Kontrollpflicht entbinden, Kontrollintervalle verlängern oder die Zeitpunkte für die erstmalige Kontrolle verschieben. In Deutschland sind diese Ausnahmen in der PflSchGerätV festgelegt.

Auszug Pflanzenschutz-Geräteverordnung

Abschnitt 2, Kontrolle von im Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräten
§ 3 Grundsatz der Prüfung

( 1 ) Verfügungsberechtigte und Besitzer haben ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte, mit Ausnahme der in Anlage 3 aufgeführten Pflanzenschutzgeräte, in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren durch eine Kontrollstelle prüfen zu lassen. Kontrollstellen im Sinne dieser Verordnung sind amtliche Kontrollstellen, amtlich anerkannte Kontrollwerkstätten oder amtlich anerkannte Kontrollpersonen. Soweit in § 4 nichts Anderes bestimmt ist, beginnt der Zeitraum von sechs Kalenderhalbjahren am 6. Juli 2013.

Anlage 3 (zu § 3 Absatz 1) Pflanzenschutzgerätearten, die nicht nach § 3 kontrolliert werden müssen:
Handgehaltene sowie schulter- und rückentragbare Pflanzenschutzgeräte,

  • Sprühflaschen,
  • Druckspeicherspritzen,
  • Streichgeräte oder Spritzgeräte mit Rotationszerstäuber,
  • handbetätigte Rückenspritzgeräte,
  • motorbetriebene Rückenspritzgeräte oder
  • motorbetriebene Rückensprühgeräte.

Anlage 5 (zu § 4 Absatz 3) Pflanzenschutzgeräte mit abweichenden Prüfterminen:
Pflanzenschutzgeräte, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals und dann nach jeweils sechs Kalenderhalbjahren nach § 3 geprüft werden müssen:

  • stationäre und mobile Beizgeräte,
  • Granulatstreugeräte,
  • schleppergetragene oder von einer Person geschobene oder gezogene Streichgeräte oder
  • Bodenentseuchungsgeräte.

Kontakt:
Hans-Jürgen Osteroth
Hans-Joachim Wehmann