Hintergrund
Agrarlandschaften spielen mit ihrem Flächenanteil von rund 50 % in Deutschland eine zentrale Rolle für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt. Sie bieten sowohl direkt auf der Anbaufläche als auch in angrenzenden Habitaten einer Vielzahl an Organismen (Pflanzen, Tieren, (Boden-)Mikroorgansimen und ihren Lebensgemeinschaften) sowohl Lebensräume als auch Nahrung. Die biologische Vielfalt in Agrarräumen stellt wiederum über Ökosystemfunktionen und Ökosystemleistungen wie z.B. biologische Schädlingsregulation, Bestäubung oder Bodenbildung eine wichtige Einflussgröße für die Leistungsfähigkeit der Kulturpflanzen dar. Die Förderung und der Erhalt der biologischen Vielfalt sind daher vor dem Hintergrund des Klimawandels ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Transformation der Landwirtschaft hin zu resilienten, ressourcen-schonenden, ökonomisch tragfähigen und gesellschaftlich akzeptierten Pflanzenbausystemen.
Die Stabstelle Biodiversität am JKI
Die Stabsstelle Biodiversität des Julius Kühn-Instituts bündelt als zentrale Schnittstelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität aus den JKI-Fachinstituten und stellt diese für die gezielte Beratung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) bereit. Kernaufgabe der Stabsstelle ist es, anhand der am JKI vorhandenen Expertisen und in Projekten erzielten Forschungsergebnisse Fragen zur Biodiversität in Agrarlandschaften beantworten zu können. Darüber hinaus unterstützt und stärkt die Stabsstelle die Forschungsaktivitäten und den fachlichen Austausch im Bereich Biodiversität in Agrarökosystemen sowohl innerhalb des JKI und als auch außerhalb durch die Vernetzung mit anderen Forschungseinrichtungen, Behörden und Akteuren.
Koordination Stabsstelle Biodiversität
- E-Mail: tanja.rottstock@julius-kuehn.de
- Telefon: +49 3946 47 5310 Mehr…
Wir sind angesiedelt am Institut:
Biodiversität am JKI
Die biologische Vielfalt ist ein Querschnittsthema des JKI und wird entlang der pflanzlichen Produktionskette auf den Ebenen der genetischen Vielfalt, der organismischen Vielfalt sowie der Lebensraumvielfalt betrachtet. Die Fachinstitute fokussieren ihre Arbeiten auf die Entwicklung von Strategien und Lösungsansätzen für eine nachhaltige und klimaangepasste Pflanzenproduktion gesunder, qualitativ hochwertiger Pflanzen, die auch die biologische Vielfalt erhalten und fördern. Dabei wird neben den wechselseitigen Beziehungen zwischen Landwirtschaft und Biodiversität untersucht, wie die Pflanzenproduktion die Biodiversität positiv beeinflussen kann. Die vielfältigen Expertisen der Fachinstitute umfassen z.B die Züchtungsforschung, die funktionale Biodiversität sowie pflanzenbauliche Produktionsverfahren inkl. ökologische Infrastrukturen und resultieren in der angewandten Forschung u.a. in Ursachen- und Wirkungsanalysen, der Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes, Risikoabschätzungen sowie der ökologischen und ökonomischen Bewertung von Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität. Dazu wird ein breites Methoden-Set aus klassischen Erhebungen wie auch modernen Techniken (u.a. molekulare, KI-unterstütze sowie Fernerkundungs-/ Bild-basierte Ansätze) eingesetzt, bewertet und weiterentwickelt. Erkenntnisse fließen auch in inter- und transdisziplinäre Projekte, wie z.B. Living Labs oder Agroecology Partnerships auf EU-Ebene, ein und unterstützen nachhaltige und praxisnahe Lösungsansätze im Landschaftskontext auf nationaler und internationaler Ebene.
Die Forschungsergebnisse unterstützen die Politikberatung des JKI, u.a. durch die Entwicklung und Etablierung von Monitoringkonzepten und geeigneten Indikatoren für die Erhebung von Status quo und Trend der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften.