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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Prof. Dr. Johannes A. Jehle

Adresse
Heinrichstraße 243
64287 Darmstadt

Sekretariat
Sylvia Adamek / Susanne Ganzer
Tel: 06151 407-0
Fax: 06151 407-290
bi@  julius-kuehn.  de

Veröffentlichung
Institutsflyer
Broschüre

Tödliches Virus gegen weltweit vorkommende Made im Apfel

Apfelwicklerlarve (Made) im Apfel

Überall, wo weltweit Äpfel kommerziell angebaut werden, spielt auch der Apfelwickler (Cydia pomonella) als wirtschaftlich bedeutender Schädling eine Rolle. Da in den Verkauf nur makellose Äpfel kommen, ist die Made im Apfel, die sich einen Fraßgang bis ins Kerngehäuse bohrt, heute fast nur noch Haus- und Kleingärtner bekannt. Der Schweizer Virologe Dr. Jürg Huber war einer von vier neuen Wissenschaftlern, die Anfang der 1970er Jahre mit dem Umzug des Instituts in die Heinrichstraße in Darmstadt ihre Arbeit begannen. Sein Interesse galt fortan einem 1964 in Nordmexiko entdeckten Virus, das Larven des Apfelwicklers hochspezifisch, rasch und sicher abtötet – dem Cydia pomonella Granulovirus (CpGV). Er etablierte entsprechende Zuchten am Institut, erforschte in Labor- und Freilandversuchen die Wirkung des Virus und betrieb mit dem damaligen BBA-Schwesterinstitut für Pflanzenschutz im Obstbau in Dossenheim intensiv eine mögliche Einführung in die Praxis. Erfolgreich wie man sieht: 1989 erhielt das erste Viruspräparat GRANUPOM zur Bekämpfung des Apfelwicklers seine Zulassung in Deutschland, auch geeignet für den Ökoanbau.

2005 stellte man fest, dass in ökologischen Obstanlagen – dort wurde das Virus häufig eingesetzt – Apfelwickler in manchen Obstanlagen mehr ausreichend bekämpft wurden. Die „Made“ hatte sich angepasst. Nicht nur am Institut in Darmstadt begann man intensiv und mit viel Elan zum einen daran zu erforschen, wie und warum sich diese Resistenz so überaus rasch entwickeln konnte. Parallel dazu wurden seit 2006 neue Virusisolate aus aller Welt gesucht und auf ihre Wirksamkeit getestet. In Deutschland, Italien, Frankreich und der Schweiz wurden entsprechende Freilandversuche durchgeführt. Inzwischen stehen neue wirksame CpGV-Präparate zur Verfügung, mit denen in Europa inzwischen mehr als 100.000 ha behandelt werden.

Auf Dr. Huber, der von 1989 bis 2009 auch die Leitung des Instituts innehatte, folgte Prof. Dr. Johannes Jehle ebenfalls als Institutsleiter und ebenfalls bereits langjährigem Wissenschaftler im gleichen Fachgebiet. Gemeinsame Publikationen zeugen von der Zusammenarbeit.

The occurrence and distribution of resistance of codling moth to Cydia pomonella granulovirus in Europe (2013)  https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jen.12046  

Presseinfo der BBA vom 27.9.2007 https://idw-online.de/de/news227361