Das Projekt „Fichtenretter“ hat mit der Fertigstellung seiner Versuchsinfrastruktur im Frühjahr 2026 einen wichtigen Meilenstein erreicht. In einem Fichtenbestand (Picea abies [L.] H. Karst.) in der Nähe von Friedrichshöhe, Sachsen-Anhalt, wurden ein ca. 170 m² großes Regenschutzdach und ein ca. 400 m² großes Windwurf-Simulationsgelände errichtet.
Die Einrichtungen werden es Forschern des Julius Kühn-Instituts ermöglichen, in Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Ostharz zu untersuchen, wie Fichten auf wichtige Störungen reagieren, die die Wälder im Harz zunehmend bedrohen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Trockenheit und Sturmschäden gelegt, da beide Faktoren die Abwehrkräfte der Bäume schwächen und deren Anfälligkeit für Borkenkäferbefall erhöhen können.
Im Laufe des Frühlings und Sommers werden Wissenschaftler die physiologischen und chemischen Reaktionen von Bäumen beobachten, die versuchsweise Wasser- und Windbruchstress ausgesetzt werden. Ziel ist es, die frühesten Signale gestresster Bäume zu erkennen, darunter flüchtige Verbindungen, die das Verhalten von Borkenkäfern [Ips typographus (Linnaeus, 1758)] beeinflussen und zur Ausbreitung des Befalls beitragen können.