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„Fichtenretter“ startet Waldstress-Experiment im Harz

 

Das Projekt „Fichtenretter“ hat mit der Fertigstellung seiner Versuchsinfrastruktur im Frühjahr 2026 einen wichtigen Meilenstein erreicht. In einem Fichtenbestand (Picea abies [L.] H. Karst.) in der Nähe von Friedrichshöhe, Sachsen-Anhalt, wurden ein ca. 170 m² großes Regenschutzdach und ein ca. 400 m² großes Windwurf-Simulationsgelände errichtet.

Die Einrichtungen werden es Forschern des Julius Kühn-Instituts ermöglichen, in Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Ostharz zu untersuchen, wie Fichten auf wichtige Störungen reagieren, die die Wälder im Harz zunehmend bedrohen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Trockenheit und Sturmschäden gelegt, da beide Faktoren die Abwehrkräfte der Bäume schwächen und deren Anfälligkeit für Borkenkäferbefall erhöhen können.

Im Laufe des Frühlings und Sommers werden Wissenschaftler die physiologischen und chemischen Reaktionen von Bäumen beobachten, die versuchsweise Wasser- und Windbruchstress ausgesetzt werden. Ziel ist es, die frühesten Signale gestresster Bäume zu erkennen, darunter flüchtige Verbindungen, die das Verhalten von Borkenkäfern [Ips typographus (Linnaeus, 1758)] beeinflussen und zur Ausbreitung des Befalls beitragen können.

Das von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) geförderte Projekt „Fichtenretter“ läuft von November 2024 bis Oktober 2027 und zielt darauf ab, unser mechanistisches Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Fichten und Borkenkäfern zu verbessern – von der anfänglichen Schwächung der Bäume bis hin zur Entstehung großflächiger Befallsherde. Die Wissenschaftler werden zunächst flüchtige Verbindungen identifizieren, die von dürre gestressten und windgeschädigten Bäumen freigesetzt werden, und anschließend untersuchen, ob diese Substanzen Borkenkäfer anziehen. Die damit verbundenen physiologischen Reaktionen, einschließlich der Prozesse, die die Atmung und das Wachstum der Bäume regulieren, werden mithilfe einer Reihe modernster Instrumente kontinuierlich überwacht. In einem weiteren Schritt werden genetische Marker, die mit einer verminderten Attraktivität für Käfer in Verbindung stehen, in Fichtenpopulationen untersucht, die sich in Befalls-Hotspots befinden.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden die Entwicklung innovativer Strategien zum Schutz der Wälder unterstützen. Neue Lockstoffe könnten die Früherkennung und Bekämpfung von Pionierkäferpopulationen verbessern, bevor es zu Massenbefällen kommt, während genetische Marker dabei helfen könnten, Fichten mit einer höheren natürlichen Resistenz für künftige Waldverjüngungsmaßnahmen zu identifizieren und auszuwählen.

Fichtenretter-Team: Daniel Magnabosco, Adrian Villalobos, Hannah Ziesche, Florian Mann and Henrik Hartmann

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