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Ko-Kreation im Harz: Gemeinsame Visionen für einen klimaresilienten Wald

 

Am 19. Januar 2026 kamen am Institut im Harz rund 40 Akteurinnen und Akteure aus Forstwirtschaft, Naturschutz und gesellschaftlichen Interessengruppen zu einer ganztägigen Ko-Kreation zusammen. Ziel war es, gemeinsame Visionen für einen klimaresilienten Wald im Harz zu entwickeln und konkrete Schritte zu identifizieren, die bereits heute angestoßen werden müssen, um diese Zukunftsbilder zu erreichen.

Der Workshop war Teil der Projekte SURVEY (BMFTR) und Eco2Adapt (EU). Beide Vorhaben verfolgen das Ziel, wissenschaftliche Modellierungsansätze enger mit den Bedarfen der Praxis zu verzahnen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Forschung transdisziplinär und bedarfsgerecht gestaltet werden kann.

Von 9 bis 17 Uhr arbeiteten die Teilnehmenden in wechselnden Formaten, die bewusst auf Dialog, Perspektivwechsel und Interaktion setzten. Neben der Entwicklung von Zukunftsvisionen für den „Harz im Klimawandel“ wurde intensiv diskutiert, welche Maßnahmen – waldbaulich, ökologisch und gesellschaftlich – erforderlich sind, um Resilienz gegenüber Klimastressoren wie Dürre, Stürmen und biotischen Schäden zu stärken.

Bereits im Vorfeld war die Resonanz auf die Einladung außerordentlich hoch. Das große Interesse spiegelte den wahrgenommenen Handlungsdruck ebenso wider wie den Wunsch nach Austausch über Sektorengrenzen hinweg. Auch während und nach der Veranstaltung wurde deutlich, dass ein solcher Raum für strukturierte Diskussionen bislang gefehlt hatte. Mehrfach wurde betont, wie konstruktiv und kooperativ der Austausch verlief – trotz teils sehr unterschiedlicher Interessen und Perspektiven auf den Wald. Für viele war es überraschend, wie gut es gelang, die Sichtweisen anderer Akteursgruppen nachzuvollziehen und gemeinsame Schnittmengen zu identifizieren.

Ein zentrales Anliegen der Projekte ist es, Modellierungsszenarien so zu entwickeln, dass sie reale Herausforderungen und Entwicklungspfade im Wald adäquat abbilden. Die vertiefte Diskussion konkreter Szenarien konnte im Januar-Workshop aus Zeitgründen nur angerissen werden. Für April ist daher eine Fokusgruppe geplant, die sich explizit mit der Ausgestaltung und Bewertung dieser Modellierungsansätze befasst.

Die Veranstaltung bildet einen Baustein in einem umfassenderen ko-kreativen Modellierungsprozess. Auf die gemeinsame Szenarienentwicklung folgt eine Ko-Evaluation, in der Ergebnisse gemeinsam bewertet und weiterentwickelt werden. Ziel ist es, belastbare Entscheidungsgrundlagen und praxisnahe Handlungsempfehlungen zu erarbeiten – unter anderem für Institutionen wie die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA).

Die hohe Beteiligung, die Offenheit im Dialog und das positive Feedback zeigen: Die Bereitschaft zur sektorübergreifenden Zusammenarbeit ist im Harz vorhanden. Darauf lässt sich aufbauen – für eine Waldentwicklung, die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Anforderungen gleichermaßen Rechnung trägt.

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