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Gentechnisch veränderte Pflanzen

Der Anbau und der Verkauf von gentechnisch veränderten Pflanzen zur Ernährung oder als Viehfutter werden nicht nur in Deutschland von vielen Verbrauchern kritisch diskutiert. Strenge Regelungen dafür gibt es mit dem Gentechnikgesetz (GenTG) schon seit dem Jahr 1990.

So müssen Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu Versuchszwecken (Freisetzungen) nach dem Gentechnikgesetz genehmigt werden. In Deutschland ist die maßgebliche Entscheidungsbehörde das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das JKI ist mit seinem Expertenwissen an diesen gesetzlich vorgeschriebenen Genehmigungsverfahren in Form von Stellungnahmen beteiligt.

Wenn gentechnisch veränderte Pflanzen als Nahrungs- oder Futtermittel angebaut und gehandelt werden sollen (Inverkehrbringen), sind die Regelungen der Europäischen Union maßgeblich. Im deutschen Gentechnikgesetz werden diese Regelungen umgesetzt. Zuständig ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Das JKI ist auch hier mit anderen Behörden bei der wissenschaftlichen Risikobewertung beteiligt und gibt seine Stellungnahme ab.

Wird der Anbau einer GV-Pflanze zugelassen (was in Deutschland derzeit nicht der Fall ist), schreibt die EU-Richtlinie (2001/18/EC) eine Dauerbeobachtung vor. Ein solches „Frühwarnsystem“ soll rasch erkennen, ob es trotz der umfangreichen Prüfungen unerwartete Auswirkungen dieser Pflanzen auf die Umwelt gibt. Dazu muss für jede Pflanzenart ein eigenes Monitoringkonzept entwickelt werden. Das JKI koordiniert aufgrund seiner langjährigen wissenschaftlichen Expertise die Arbeitsgruppe „Anbaubegleitendes Monitoring GV-Pflanzen in Agrarökosystemen“.

Leitlinien der EU bzw. das Gentechnikgesetz verlangen, dass gentechnisch veränderte Pflanzen und Pflanzen, die herkömmlich gezüchtet wurden, nebeneinander angebaut werden können, ohne dass sich die Pflanzen oder daraus hergestellte Produkte vermischen. So soll gewährleistet werden, dass sich GVO bzw. daraus hergestellte Produkte nicht unkontrolliert mit anders erzeugten Produkten vermischen. Das JKI erarbeitet und bewertet entsprechende Maßnahmen aufgrund seiner Expertise und Kompetenz.