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Regenbogen über den Gewächshäuern am Standort Braunschweig.

Vom JKI koordiniertes Modell- und Demonstrationsvorhaben hilft, Freilandgemüseanbau zukunftsfähig aufzustellen

Neues Projekt unterstützt Praxisbetriebe in vier Regionen in den Handlungsfeldern Pflanzenschutz, Pflanzenernährung und Bewässerung.

(Braunschweig) Der deutsche Freilandgemüsebau steht vor großen Herausforderungen, was Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Bewässerung, technische Innovationen und Digitalisierung betrifft. Um heimische Produktionsbetriebe von Freilandgemüse bei dem anstehenden Transformationsprozess fachlich zu begleiten und kompetent zu beraten, wurde das neue Modell- und Demonstrationsvorhaben Integrierter PflanzenBau im Bereich FreilandGemüse, oder kurz MuD IPB-FG ins Leben gerufen. Das Projekt wird drei Jahre, bis zum Frühjahr 2029 vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die BLE gefördert. Das Julius Kühn-Institut (JKI) übernimmt mit seinem Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanem Grün sowie für Strategien- und Folgenabschätzung die Gesamtkoordination (siehe dazu die Eckdaten-Info).

Im Fokus stehen die Handlungsfelder Pflanzenschutz, Pflanzenernährung bzw. Düngung und Bewässerung in Kombination mit weiteren spezifischen Handlungsfeldern, die in den vier Modellregionen Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen berücksichtigt werden.

„Wir wollen gemeinsam mit den Demonstrationsbetrieben Maßnahmen entwickeln, die aus innovativen kultur- und standortspezifischen Verfahren bestehen“, erklärt Koordinatorin Dr. Ute Vogler vom JKI-Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanem Grün. 

Dabei finden auch Auswertungen definierter Parameter statt. Einen besonderen Stellenwert soll die zielgerichtete Kommunikation und der Wissenstransfer in die Praxis einnehmen. Deshalb werden die Gemüseanbaubetriebe während des dreijährigen Transformationsprozess als so genannte Demonstrationsbetriebe in den Modellregionen bei der Implementierung diverser pflanzenbaulicher Verfahren begleitet, u.a. angestrebt wird die 

  • Einführung innovativer kultur- und standortspezifischer Maßnahmen und Verfahren inklusive deren Anpassung und Validierung.
  • Begleitung und Betreuung der beteiligten Demobetriebe beim Einsatz dieser Maßnahmen und Verfahren, sowie die Etablierung erfolgreicher Technologien und Verfahren in der Praxis.
  • Auswertung der kultur- und standortspezifischen Maßnahmen und Verfahren unter verschiedenen Gesichtspunkten unter Berücksichtigung von ökonomischen, ökologischen und klimaschutz- sowie klimaanpassungsrelevanten Aspekten.
  • Etablierung eines Netzwerks in und zwischen den Modellregionen und assoziierten Partnern zur Förderung der Diskussion und des Wissenstransfers.

Aktuell laufen die Ausschreibungen in den vier Modellregionen zur Akquise von Demonstrationsbetrieben und erste Schritte zur Organisation und Planung der Definition von Maßnahmen und Verfahren, sowie von Parametern für die Bewertung sind in der Entwicklung. Das MuD IPB-FG wurde erstmalig Anfang Juli 2026 auf dem Feldtag der Gemüsebranche in Gülzow vorgestellt.

Synergien zu laufenden Projekten

Für eine umfassende und integrierte Sichtweise wird der Austausch mit den bereits laufenden Projekten „Modell- und Demonstrationsvorhaben Integrierter Pflanzenbau im Ackerbau“ (MuD IPB Ackerbau), dem MuD „Optimierung des Humusmanagements im Freilandgemüsebau (HumusfürGemüse)“ sowie zu weiteren aktuell laufenden Projekten wie z. B. dem Projekt „RobustGemüse – Mehr Resilienz im ökologischen Freilandgemüsebau“ und dem Projekt „Wassermanagement im Gartenbau (WaMaGa)“ aufgebaut, um Synergien zwischen den Vorhaben zu nutzen.

Eckdaten zum „Modell- und Demonstrationsvorhaben Integrierter Pflanzenbau Freilandgemüse, MuD IPB-FG“

Laufzeit: 5/2026-4/2029

Finanzierung: Bundeministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über den Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

Gesamtkoordination: Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

  • JKI-Institut f. Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanem Grün, Braunschweig/FKZ:2825ABS100
  • JKI-Institut für Strategie- und Folgenabschätzung, Kleinmachnow

Modellregionen Baden-Württemberg

  • Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (LTZ)/FKZ:2825ABS130
  • Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Heidelberg (LVG)

Modellregion Brandenburg

  • Agrathaer/FKZ:2825ABS140
  • IGZ-Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau/FKZ:2825ABS150

Modelregion Niedersachsen

  • Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen/FKZ:2825ABS120

Modellregion Nordrhein-Westfalen

  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK-NRW)/FKZ: 2825ABS110

Weitere Assoziierte Partnereinrichtungen

  • Rheinland-Pfalz: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) – Gemüsebau
  • Mecklenburg-Vorpommern: Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei- Gartenbaukompetenzzentrum
  • Brandenburg: Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF)

Veröffentlicht am