Springe direkt zu:
Service Navigation

Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Kommissarischer Leiter
Karl-Heinz Berendes

Adresse
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig

Sekretariat
Kerstin Hansmann / Karin Schröder-Rose
Tel: 0531 299-4402/-4401
Fax: 0531 299-3009
gf@  julius-kuehn.  de

Adresse
- Außenstelle Münster -
Toppheideweg 88
48161 Münster

Sekretariat
Elvira Politz
elvira.politz@  julius-kuehn.  de
Tel: 0251 87106-10
Fax: 0251 87106-33 

Adresse
- Außenstelle Kleinmachnow -
Stahnsdorfer Damm 81
14532 Kleinmachnow

Zentrale
Tel: 033203 48-0
Fax: 033203 48-425

Veröffentlichung
Institutsflyer
Broschüre

Risiken von Pflanzenschutzmitteln auf Nicht-Zielorganismen

Kahlfraß durch Kiefernspinner

Chemische Pflanzenschutzmaßnahmen im Wald sind im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes immer eine Ultima Ratio. Der Einsatz bleibt auf wenige Anwendungen beschränkt. Hierzu zählen z. B. die Begründung und Sicherung von Jungwuchsflächen, der Objektschutz wertvoller Holzsortimente oder existenzbedrohende Massenvermehrungen von Schadinsekten. Alle Verfahren des Pflanzenschutzes sind wichtige Bestandteile einer nachhaltigen und leistungsfähigen Forstwirtschaft und für deren Betriebserfolg relevant. Ebenso können nur so die ökologischen und sozialen Dienstleistungen gesichert werden, die der Wald mit seinen unterschiedlichen Funktionen für Mensch und Umwelt bereitstellt. In Deutschland werden Pflanzenschutzmittel auf ca. 1 % der bundesweiten Waldfläche mit Luftfahrzeugen ausgebracht.

Im integrierten Pflanzenschutz unterliegen chemische Gegenmaßnahmen immer einem Abwägungsprozess. Grundlage hierfür ist eine fachkundige Begutachtung der Forstverwaltungen, die ein regelmäßiges und flächendeckendes Monitoring mit bewährten Verfahren nutzen. Erst, wenn nachgewiesen ist, das Waldflächen durch Schadinsekten existentiell gefährdet sind, wird eine luftgestützte Ausbringung von Insektiziden in Erwägung gezogen. Hierfür ist die Verfügbarkeit verschiedener Pflanzenschutzmittel, wie Bakterienpräparate, Häutungshemmer/-beschleuniger oder chemisch-synthetische Präparate notwendig. Ihre Anwendung orientiert sich immer an dem Belaubungszustand und der Vitalität des Waldbestandes sowie den aktuellen Witterungsbedingungen.

Trotz eines extrem verantwortungsbewussten Umgangs mit chemischen Pflanzenschutzmitteln in Wäldern, müssen die Auswirkungen der Substanzen auf die Lebensgemeinschaften immer genau beobachtet werden.

Aktuelle Themen:

Pflanzenschutzmittelausbringung im Forst

Freilandstudien zu toxischen Effekten auf An-
tagonisten von Schadorganismen und Überprüfung von Umweltaspekten sowie Anwendungsbestimmungen bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln u.a. mit Luftfahrzeugen

Wirksamkeitsversuch gegen Schwammspinner

Überprüfung der Wirksamkeit von Insektiziden auf freifressende Schmetterlingslarven und Prüfung der Nützlingsschonung bei reduzierter Aufwandmenge durch Halbfreilandversuche

Schwammspinner Larve

Wissenschaftliche Bewertung des Wirksamkeitsbereichs von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen (Wirksamkeit, Phytotoxizität, Resistenz) im Rahmen des nationalen Zulassungsverfahrens für Pflanzenschutzmittel und der EU-Wirkstoffprüfung.

Eichenprozessionsspinner Nest

Wissenschaftliche Bewertung der Wirksamkeit, Phytotoxizität und Resistenz) von Biozid-Wirkstoffen sowie Biozid-Produkten (Insektizide, Rodentizide) im Rahmen des nationalen Zulassungsverfahrens und der gegenseitigen Anerkennung von Biozidprodukten in Deutschland („BAuA – Biozide“)