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Neue Anbausysteme

Sich ändernde Klimabedingungen, geänderte Anforderungen an den Umweltschutz und die Nachfrage nach neuen Produkten verlangen nach einer beständigen Weiterentwicklung der bestehenden Systeme.

Wir möchten Landwirten vor allem neue Wege aufzeigen, wie sie ihre Fruchtfolgen erwei-tern und ihre Kulturflächen optimal nutzen können. Dafür untersuchen wir neue Systeme oder greifen auf traditionelle Anbauweisen und Pflanzen zurück und passen sie der Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts an.

Agroforst-Systeme

Auf Feldern von Agroforst-Systemen werden zwischen Baumreihen mit schnellwachsenden Gehölzen wie Pappeln auch einjährige Feldfrüchte angebaut. Diese Anbauvariante wird von Fachleuten als „Alley-Cropping“ bezeichent. Auf der gleichen Fläche werden damit sowohl Nahrungsmittel als auch Nutzholz produziert. Am JKI untersuchen wir den Artenreichtum heimischer Wildtiere (Vögel, Nützlinge, Schädlinge) und Pflanzen in diesen Mischkulturen. Wir bewerten deren Wirkung als Erosionsschutz, deren Effekte auf die Humusbildung durch Laubfall und die Flächeneinsparung gegenüber Einzelkulturen.

Kurzumtriebsplantagen

In Kurzumtriebsplantagen (KUP) werden schnellwachsende Bäume wie Weide und Pappel zur Gewinnung von Energieholz angebaut. Nach einer Wachstumsperiode von drei bis sechs Jahren erntet man die oberirdischen Triebe und verarbeitet sie zu Hackschnitzeln. Die Bäume treiben danach erneut aus und können so über 20 Jahre hinweg mehrmals geerntet werden. Da sich der Befall mit Schädlingen bei langjährigen Monokulturen von Jahr zu Jahr steigern kann, forschen wir hier an effektiven Bekämpfungsmethoden.

Neue Kulturpflanzen

Neue Kulturpflanzen, die zukünftig zum Repertoire deutscher Landwirte gehören könnten, stehen ebenfalls auf dem Forschungsprogramm des JKI. Das JKI untersucht als potenzielle Bioenergiepflanzen aus anderen Regionen der Welt beispielsweise die Durchwachsene Silphie, die Andenlupine oder Miscanthus-Arten. Dabei wird darauf geachtet, wie sich diese nicht heimischen Arten in unseren Agrarökosystemen verhalten.

Es wird geprüft, ob die Pflanzen sich für einen Anbau in Deutschland eignen oder in Hinblick auf den Klimawandel sogar gewisse Vorteile haben. Manche Arbeiten schließen eine züchterische Anpassung an das hiesige Klima ein. Für eine wirtschaftliche Energiegewinnung werden Anbaumethoden und Verarbeitung weiterentwickelt und die Erträge mit den bereits etablierten Energiepflanzen wie Mais oder Grünschnittroggen verglichen. Als ein besonderer Lieferant eines nachwachsenden Rohstoffes steht derzeit der Kaukasische Löwenzahn im Fokus, dessen Inhaltsstoffe für die Kautschukproduktion verwendet werden können.