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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Dr. Bernd Hommel (komm. Leiter)

Adresse
Königin-Luise-Straße 19
14195 Berlin

Sekretariat
Catharina Blank / Vera Frimel
Tel: 030 8304-25 01/-2511
Fax: 030 8304-2503
oepv@  julius-kuehn.  de

Veröffentlichung
Institutsflyer
Broschüre

Gewässerschutz

Das Institut untersucht die Auswirkungen von Bewirtschaftungsmaßnahmen auf Kleingewässer in der Agrarlandschaft. Kleingewässer beherbergen im Vergleich zu anderen Gewässerökosystemen, wie beispielsweise Seen, Flüsse oder Bäche, eine höhere Artenvielfalt und einen höheren Anteil gefährdeter Arten. Ziel unserer Arbeiten ist es, die vielfältigen Effekte von verschiedenen Landnutzungs- und Anbausystemen auf die Struktur und Funktion von kleinen Stand- und Fließgewässern zu quantifizieren. In intensiv genutzten Agrarlandschaften sind diese Gewässer aufgrund ihrer räumlichen Nähe zu Anbauflächen potenziell durch den Eintrag von Pflanzenschutz- und Düngemitteln gefährdet. Daher werden insbesondere Strategien zum Schutz von Kleingewässern vor landwirtschaftlichen Stoffeinträgen erarbeitet.

Ziel unserer Forschung ist es, zu einem besseren Verständnis der biologischen und chemischen Zusammenhänge in Agrarökosystemen zu gelangen. Prozesse, die diese Zusammenhänge beeinflussen, sind beispielsweise Einträge, Umwandlung und Austräge (z. B. Abdrift, Oberflächenabfluss) von Stoffen. Wir untersuchen daher die Belastung von Stand- und Fließgewässern sowie dem oberflächennahen Grundwasser mit Pflanzenschutzmittel-Rückständen zur Beschreibung des chemischen Zustands. Daraus resultierend entwickeln wir Konzepte für ein chemisch-biologisches Monitoring in Kleingewässern sowie Managementstrategien zur Reduktion des Eintrages von Pflanzenschutzmitteln.

Ein besonderer Aspekt ist die Entwicklung von Szenarien und Strategien zur Förderung von wirbellosen Gewässerorganismen (z. B. Insekten) auf Landschaftsebene. Hierzu führen wir Erhebungen zur Diversität und Zusammensetzung der benthischen (am Gewässergrund lebenden) Wirbellosenfauna in den Gewässern durch. Unterstützt wird dies durch ein quantitatives Verhaltens-Biomonitoring benthischer Wirbelloser unter chemischer Belastung. Unser Ziel ist die Identifizierung von Indikatorarten zur Anzeige eines guten ökologischen Zustands der Kleingewässer sowie zur Erfolgskontrolle der umgesetzten Strategien.

Zentrales Element ist hierbei die MOSAIC-Datenbank des Instituts. Diese stellt eine in Deutschland einzigartige Ressource zur Biodiversität der deutschen Kleingewässer dar. MOSAIC enthält Daten zur Zusammensetzung der benthischen Wirbellosengemeinschaft und zu Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln aller bisher durch das Institut untersuchten Kleingewässer. Somit ermöglicht uns MOSAIC die Auswertung von Informationen über z.B. die Toxizität von Agrarchemikalien, den Einfluss verschiedener Feldfrüchte oder von Gewässerrandstreifen auf alle wichtigen Gruppen von benthischen wirbellosen Organismen.

Für die Politikberatung nimmt das Institut Aufgaben aus dem Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) wahr, insbesondere zum Schutz der Kleingewässer in der NAP-Arbeitsgruppe „Pflanzenschutz & Gewässerschutz“.