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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Professor Dr. Jörg Michael Greef und
Professor Dr. Dr. Ewald Schnug

Adresse
Bundesallee 58
38116 Braunschweig

Sekretariat (Bodenkunde)
Sabine Wichmann/Angelika Kunde
Tel: 0531 596-2102/-2104/-2105
Fax: 0531 596-2199
pb@  julius-kuehn.  de

Sekretariat (Pflanzenbau)
Sigrid Ehlers/Angelika Dölle
Tel: 0531 596-2302/-2303
Fax: 0531 596-2399
pb@  julius-kuehn.  de

Veröffentlichung
Institutsflyer

Angewandte Bodenkunde

Der Boden dient u.a. Kulturpflanzen als Standort und versorgt sie mit Nährstoffen und Wasser. Im Boden lebende Organismen zersetzen Pflanzen- und Wurzelreste und tragen so zum Austausch von Stoffen im wurzelnahen Raum bei. Bodeneigenschaften wie Struktur, Humusgehalt, Wasserdurchlässigkeit, Wasserspeicherungskapazität und Nährstoffverfügbarkeit bestimmen die Bodenfruchtbarkeit und damit die Ertragsfähigkeit eines Standortes.

Böden sind über einen langen Zeitraum entstandene Naturkörper. Sie weisen je nach Bodentyp spezifische Schichtungen auf - die Bodenhorizonte. Vor allem die oberen Bodenhorizonte unterliegen einer stetigen Wandlung durch natürliche Einflüsse und die menschliche Nutzung. Verwitterung, Mineralisierung, Zersetzung und Humifizierung verändern die Zusammensetzung von Böden. Wind- und Wassererosion verändern ihren Aufbau.

Die Grundstruktur eines mineralischen Bodens besteht aus dem Bodenskelett (Grobboden: Geröll und Kies > 2 mm) und einem Feinbodengemenge (Schluff, Ton und Sand). Dessen Zusammensetzung bestimmt die Textur eines Bodens und damit die Bodenart. Die organische Bodensubstanz (Bodenorganismen, abgestorbene pflanzliche und tierische Substanz, Huminstoffe) sowie das Bodenwasser, die Bodenluft und die Bodentemperatur sind Komponenten, die das Bodengefüge und die Durchwurzelbarkeit beeinflussen.

Die Verfügbarkeit von Makro- und Mikronährstoffen, die Ionenaustauschkapazität, die Bodenreaktion sowie das Pufferungsvermögen für Schadstoffe sind weitere Parameter, die die Qualität der Versorgungsfunktion eines Bodens maßgeblich beeinflussen.Die Bodenfruchtbarkeit ist ein dynamisches Wirkungsgefüge, das durch natürliche Standortfaktoren geprägt wird. So wirken sich die Art der Nutzung des Bodens, das Pflanzenwachstum, die Bodenlebewesen, das Klima und die Umwelt auf die Fruchtbarkeit landwirtschaftlich genutzter Böden aus. Wesentlich für die Bodenfruchtbarkeit ist daher die Erhaltung der natürlichen Bodenfunktionen.

Natürliche Bodenfunktionen:

  • Produktionsfunktion als Standort für Kulturpflanzen und Lebensraum für Bodenorganismen,
  • Speicher- und Nachlieferungsfunktion für Wasser und Nährstoffe,
  • Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaufunktion durch standortspezifische Filter-, Puffer-und Stoffumwandlungseigenschaften und damit wichtiger Bestandteil der Wasser- und Nährstoffkreisläufe im Naturhaushalt.

Im Rahmen der Angewandten Bodenkunde werden am Institut Merkmale der Bodenfruchtbarkeit bestimmt und quantifiziert. Forschungsthemen aus dem Bereich Bodenchemie, Bodenphysik und Bodenbiologie sollen eine nachhaltige landwirtschaftliche Bewirtschaftung unserer Böden unterstützen.