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Züchtung neuer Obst- und Rebsorten

Während es für Getreide, Kartoffeln, Gemüse und im Bereich Zierpflanzen privatwirtschaftliche Züchter gibt, züchtet das JKI im Bereich Obst und Reben bis zur Sorte. Das hängt mit den sehr langen Zeiträumen (20 - 30 Jahre) zusammen, die von der ersten Kreuzung zweier vielversprechender Eltern bis zur marktreifen Sorte vergehen. So fand im JKI-Siebeldingen bzw. seiner Vorgängereinrichtung die Kreuzung für die pilzwiderstandsfähige Rebsorte 'Regent' bereits 1967 statt.

Der Sortenschutz wurde hingegen erst 1994 erteilt. Bei Neuzüchtungen von Reb- bzw. Obstsorten liegt der Fokus darauf, Krankheitsresistenzen einzukreuzen. Das Dilemma ist, dass dabei neben den erwünschten Eigenschaften der Eltern immer auch unerwünschte mit eingekreuzt werden, wie z. B. ein unangenehmes Aroma oder schlechte Anbaueigenschaften. Das „Herausschleusen“ dieser unerwünschten Eigenschaften ist bei Gehölzen ein extrem langwieriger Prozess. Die Experten sprechen von Rückkreuzungen, die mehrfach durchgeführt werden müssen. Eine Rückkreuzung dauert zum Beispiel bei Reben etwa vier Jahre.

Die Forscher am JKI versuchen, durch die Anwendung moderner molekularbiologischer Methoden und Einsatz spezieller Techniken (siehe auch "Züchtungsmethoden und Pre-Breeding") diese Zeitdauer zu verkürzen. Das würde die Kosten für eine Neuzüchtung stark senken. Momentan braucht es jedoch einen langen Atem, bis eine neue Sorte in die Weingärten und Obstanlagen und schließlich zum Verbraucher gelangt.