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Pressemeldung

Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Pressesprecherin
Dr. Gerlinde Nachtigall

Tel: 0531 299-3204
Fax: 0531 299-3000
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Pressereferentin
Dipl.- Biol. Stefanie Hahn

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oder
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Lauschangriff auf Vorratsschädlinge in Brandenburger 300t-Silo gestartet

Blick vom Silodach, ein Teil der Röhrenkonstruktion schwebt ein © C. Müller-Blenkle/JKI
Blick vom Silodach, ein Teil der Röhrenkonstruktion schwebt ein © C. Müller-Blenkle/JKI
Blick vom Siloboden zur Decke erstreckt sich das Röhrensystem zur akustischen Früherkennung von Fraßgeräuschen © C. Müller-Blenkle/JKI
Von oben wurden Einzelteile mit Kran in das 17-Meter-hohe Silo eingeführt © C. Müller-Blenkle/JKI

Am 14.6.2019 wurde in einem hohen 300t-Getreidesilo in Hohenseefeld eine Abhöranlage zur Früherkennung von Vorratsschädlichen Insekten installiert. Diese aus perforierten Röhrensystemen bestehende Versuchsanlage, BeetleSoundTube genannt, ist die zweite ihrer Art in einem Praxisbetrieb. Die 18 m langen Röhren, ausgestattet mit Mikrofon, Datenlogger und einer Einrichtung zur Einbringung von Nützlingen, wurden in das Silo hineingebaut, welches durch seine Höhe von 17 Metern eine besondere Herausforderung darstellte. Beim Termin anwesend war auch die JKI-Wissenschaftlerin Dr. Christina Müller-Blenkle vom Standort Berlin-Dahlem, der die wissenschaftliche Koordination des auf 5 Jahre angelegten Forschungsprojektes obliegt. Es folgt der Wortlaut der gemeinsamen Presseinformation der beteiligten Projektpartner, die von der agrathaer GmbH herausgegeben wurde.

Pressemitteilung vom 17.06.2019 „Käferakustik in luftiger Höhe: Installation des Käferakustiksystem in einem 17m hohen Silo der BayWa AG in Hohenseefeld“

Im Fläminger Getreidelager der BayWa AG in Hohenseefeld wurde am 14. Juni 2019 das „Beetle Sound Tube“ System in einem 300t Getreidesilo installiert. Bei dem „Beetle Sound Tube“ System handelt es sich um ein akustisches Frühwarnsystem, das die leisen Fraßgeräusche der Larven vorratsschädlicher Insekten im Getreide erkennt. Hierfür werden Röhren, ausgestattet mit Mikrofon, Datenlogger und Auffangbehälter, in das Silo eingebracht. Ziel ist es, Schädlingsart und -dichte frühzeitig zu erkennen, sodass der Lagerhalter Gegenmaßnahmen wie z.B. den Einsatz von Nützlingen ergreifen kann ehe der Befall zu groß wird.

Mithilfe eines Autokrans wurden die Röhren des 17m hohen Silos in zwei Tagen aufgebaut. „Im Vergleich zum letzten Jahr wo das Silo nur 75t fasste, sind die 300t dieses Jahr eine große Herausforderung, die unser leitender Konstrukteur von der Agrar Technik Barnim mit seinem Team gut gemeistert hat.“, berichtet Projektleiterin Isabell Szallies von der agrathaer GmbH. Gemeinsam mit weiteren Projektpartnern wie der Kollegin des Julius Kühn-Instituts (JKI) wurde das aufgebaute System am 14.6. in Empfang genommen. Auch Sebastian Schuster, Leiter des Vertriebsgebiets Agrar Brandenburg der BayWa AG und zuständig für das Lager in Hohenseefeld, ist sichtlich zufrieden. „Wenn das System gut funktioniert, bietet es großes Potential zur Einsparung von Kosten und zum Erhalt des Lagerguts. Besonders für Getreide aus dem Ökolandbau ist das System relevant.“ Neben der automatisierten Erkennung der Schädlinge durch eine Software soll auch der Einsatz von nützlichen Gegenspielern der Schadinsekten über das Röhrensystem getestet werden.

„Insekten, wie Motten und Käfer, stellen für Landwirte und Lagerhalter große Probleme dar, wenn sie sich im Getreidelager wiederfinden und ausbreiten“, erklärt Dr. Christina Müller-Blenkle, Expertin für Vorratsschutz am Julius Kühn-Institut. Durch Fraßaktivität und damit verbundene Stoffwechselprozesse findet ein Temperatur- und Feuchteanstieg in den Lagern statt. Das ist das eigentliche Problem, denn dadurch wird Milben und Schimmel der Weg geebnet. Sobald Schimmelgifte im Getreide vorhanden sind, ist es für Mensch und Tier nicht mehr nutzbar und muss vernichtet werden. Deshalb ist es wichtig, einen Insektenbefall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um die Verluste zu minimieren.

Das von der agrathaer GmbH geleitete Projektteam besteht aus 12 Partnern, darunter vier lagerhaltende landwirtschaftliche Betriebe wie die BayWa AG. Die Idee zum Vorhaben sowie die wissenschaftliche Koordination obliegt dem Julius Kühn-Institut. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP-AGRI) durch den Europäischen Landwirtschafts-fonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) gefördert.

Diese Presseinfo, sowie weitere Infos zum Projekt und den beteiligten Mitgliedern der operationellen Gruppe unter: http://agrathaer.de/de/projekt/beetle-sound-tube-eip-projekt

Kontakt
Isabell Szallies
agrathaer GmbH – Strategische Landnutzung
Eberswalder Str. 84, 15374 Müncheberg
isabell.szallies@  agrathaer.  de
Tel: +49 (0) 33432 82 299

Fachliche Ansprechpartnerin am JKI
Dr. Christina  Müller
Julius Kühn-Institut
Königin-Luise-Str. 19, 14195 Berlin
christina.mueller@  julius-kuehn.  de
Tel:  +49 (0)30 8304 2546