Springe direkt zu:
Service Navigation

Pressemeldung

Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Pressesprecherin
Dr. Gerlinde Nachtigall

Tel: 0531 299-3204
Fax: 0531 299-3000
pressestelle@  julius-kuehn.  de
 
Pressereferentin
Dipl.- Biol. Stefanie Hahn

Tel: 03946 47-105
oder
Tel: 0531 299-3207
pressestelle@  julius-kuehn.  de

PI Nr. 15: Brand auf Gelände des Julius Kühn-Instituts am Standort Groß Lüsewitz in Mecklenburg-Vorpommern

Am gestrigen späten Nachmittag (7.7.2016) zerstörte ein Feuer am Standort Groß Lüsewitz des Julius Kühn-Instituts (JKI) die vor 6 Jahren neu erbaute Wirtschaftshalle (intern Kartoffelhalle genannt) komplett. Die Halle mit 858 qm (Höhe 7 m) umfasste ein Kartoffelkühllager, eine Arbeitshalle mit Sortieranlage, einen Werkstattbereich für die Versuchsfeldtechnik sowie ein Schleppdach mit Waschplatte. Dank der Brandschutzmauer blieb die Werkstatt verschont.

Nach Angaben des Gemeindewehrführers der Freiwilligen Feuerwehr Sanitz, Wilfried Matissek, waren bis zu 85 Feuerwehrmänner aus dem gesamten Landkreis Rostock im Einsatz, um den Brand zu löschen. Personen kamen nicht zu Schaden. Da in der Halle neben dem Equipment auch Kleinstmengen an Pflanzenschutzmitteln lagerten, wurde auch der Gefahrgutzug des Landkreises aktiviert. Mayk Tessin, im Kreisordnungsamt für Brand-, Katastrophen und Zivilschutz zuständig, übergab eine Liste der Mittel an die städtischen Wasserwerke (Eura-Wasser). Eura-Wasser hat den Regenwasserablauf verschlossen, und die untere Wasserbehörde nimmt Proben vor Ort. Dieses Vorgehen ist Routine und dient dazu Kontaminationen auszuschließen, die durch die Verbrennung von Kraftstoffen, Gummi oder Dämmstoffen entstehen und mit dem Löschwasser vermischt vor Ort versickern können.

Der Notruf bei der Leitstelle ging um 16:47 Uhr ein. Die Einsatzkräfte waren noch bis 21 Uhr vor Ort, um nach Schwelbrandstellen zu suchen und diese ggf. zu löschen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Eigentümerin der Einrichtung, nimmt heute vor Ort den Schaden auf. Kriminalpolizei und Brandermittler sind dabei die Ursachen aufzuklären.

Neben dem Gebäude selbst sind der größte finanzielle Verlust die zerstörten Maschinen und Geräte. Unter anderem wurden sechs Traktoren und etliche Spezialgeräte für die Züchtungsforschung wie ein Parzellenmähdrescher, -drillmaschine,- sägerät und die Kartoffelsortiermaschine ein Opfer der Flammen.

Am Standort wird Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen Kulturen, wie Getreide, Leguminosen und Kartoffeln betrieben. Hier werden die Grundlagen für neue, gegen Krankheiten widerstandsfähige und stresstolerante Sorten gelegt. Die Spezialmaschinen kommen in der Züchtungsforschung und der Züchtung zum Einsatz, wo mehrere Zuchtlinien bzw. mehrere Sorten nebeneinander auf dem Versuchsfeld in kleinen Parzellen angebaut werden. Der Markt für derartige Maschinen ist klein, sie sind also nicht sofort verfügbar. Wartezeiten bis zu einem Dreivierteljahr sind einzurechnen. Ein Parzellenmähdrescher kostet je nach Ausstattung bei Neuanschaffung bis zu 250.000 Euro.

Die Kosten für den Neubau der 2010 in Betrieb genommenen Halle beliefen sich auf ca. eine Millionen Euro. Der genaue Schaden lässt sich momentan noch nicht beziffern. Jedoch geht das JKI davon aus, dass sich der Verlust allein für die Großgeräte wie Düngerstreuer, Pflanzenschutzspritze, Drillmaschinen, Sämaschinen, Schlepper und Traktoren ebenfalls auf mindestens eine Millionen Euro summiert.