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Pressemeldung

Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Pressestelle in Quedlinburg und Braunschweig

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PI2021-12: Obstkulturen werden mit Netzen gegen die Kirschessigfliege geschützt

Zum Schutz vor der Kirschessigfliege wird eine Kirschanlage eingenetzt. ©Bianca Boehnke/JKI
Zum Schutz vor der Kirschessigfliege wird eine Kirschanlage eingenetzt. ©Bianca Boehnke/JKI
Spätestens mit dem Farbumschlag werden Kirschen für die Kitschessigfliege attraktiv. ©Heidrun Vogt/JKI
Auch bei Himbeeren ist der Farbumschlag der kritische Moment für das Einnetzen gegen die Kirschessigfliege. ©David Ungan/JKI
Da bei manchen Beerenarten wie Brombeeren Blüten und Früchte parallel an der Pflanze sind, müssen in den eingenetzten Kulturen Bestäuber eingesetzt werden. ©Bianca Boehnke/JKI
Eine vollständig eingenetzte Himbeer-Anlage. © Biaco Boehnke/JKI

Das JKI zeigt das Verfahren in einer Reihe von Lehr- und Erklärfilmen

(Dossenheim) Die Kirschen sind verblüht, die Bäume sind bestäubt. Nun kommt die Zeit, in der Obstbauern nicht mehr mit Freude, sondern mit Sorge auf den Zuflug von Insekten in ihre Anlagen blicken. Denn spätestens mit dem Farbwechsel der Früchte wird ein gefährlicher Schädling angelockt: die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii). Um die Früchte vor dem invasiven Schadinsekt aus Asien zu schützen, das sich rasend schnell in Europa ausgebreitet hat, beginnen Obstbauern nun damit, ihre Kulturen einzunetzen. Denn engmaschige Netze (Maschenweite 0,8 x 0,8 Millimeter) haben sich als die bisher praktikabelste und effektivste Maßnahme gegen die Kirschessigfliege bewährt. Sie verhindern den Einflug der Insekten in die Obstanlagen, wo diese ansonsten bei nahezu allen weichschaligen Obstarten immense Schäden verursachen. Denn die Fliegen sind in der Lage, gesunde reifende und reife Früchte anzubohren und ihre Eier darin abzulegen. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch, und da sie sich sehr schnell entwickeln, fallen die Früchte bereits wenige Tage später in sich zusammen.

Im Demonstrationsvorhaben „Einnetzen von Obstkulturen zum Schutz vor der Kirschessigfliege“ (Droso-Demo-Netz) erprobt das Julius Kühn-Institut (JKI) mit den Pflanzenschutzdiensten der beteiligten Länder und Obstbetrieben in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die Wirksamkeit von Netzen zum Schutz vor dem Schädling. Die Kirschbauern haben in diesem Jahr bereits damit begonnen, Foliendächer und Netze aufzubauen. In Süddeutschland müssen auch schon frühe Heidelbeer-, Himbeer- und Brombeersorten geschützt werden. Da bei einigen Beerenarten weiterhin Blüten zu bestäuben sind, während bereits Früchte reifen, werden unter den Netzen Hummeln und andere Bestäuber gezielt eingesetzt.

Um den Aufwand und das Verfahren zu verdeutlichen, hat das JKI einen animierten Erklärfilm sowie einige Kurz- und Lehrfilme in eingenetzten Obstanlagen erstellt. Weitere Filme sind in Arbeit.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin
Dipl.-Ing. agr. Bianca Boehnke
Julius Kühn-Institut (JKI), Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau
Schwabenheimer Str. 101
69221 Dossenheim
Tel: 06221 86805 33
bianca.boehnke@julius-kuehn.de