Springe direkt zu:
Service Navigation

Pressemeldung

Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Pressestelle in Quedlinburg und Braunschweig

Sekretariat
N.N.
Tel.: 03946 47-1014
pressestelle@  julius-kuehn.  de

Pressereferentin
Dipl.- Biol. Stefanie Hahn
Tel. (Qb): 03946 47-1011 / oder 1015
stefanie.hahn@  julius-kuehn.  de

Pressereferent
Johannes Kaufmann
Tel.: 03946 47-1012
johannes.kaufmann@  julius-kuehn.  de

Pressereferentin
Gesa Leefken
Tel.: 03946 47-1013
gesa.leefken@  julius-kuehn.  de

Erstmals Samen aus JKI-Obstgenbank für den Tresor im ewigen Eis

Dr. Monika Höfer (JKI) am Eingang der Samenbank in Svalbard, anlässlich der Einalgerung von Samenmustern von Wildbirnen bzw. -äpfeln aus der DGO (25.02.2020)

Zwei Jahre hat die Reparatur des Saatgut-Tresors bei Longyearbyen auf der Insel Spitzbergen gedauert und 20 Millionen Dollar gekostet. Zur feierlichen Wiedereröffnung am 25. Februar konnten 29 Institutionen aus der ganzen Welt 60.000 neue Saatgut-Proben in der Svalbard Global Seed Vault einlagern. Erstmals dabei: Eingaben des Julius Kühn-Instituts.

„Es war eine ganz tolle Erfahrung für mich, im ewigen Eis nur 800 Kilometer vom Nordpol entfernt an diesem großen Event teilzunehmen“, sagt Dr. Monika Höfer vom JKI-Fachinstitut für Züchtungsforschung an Obst in Dresden-Pillnitz. Die Betreuerin der Obstgenbank und Koordinatorin der Deutschen Genbank Obst übergab den Bestreibern des Tresors Samenproben des Wildapfels (Malus sylvestris) und der Wildbirne (Pyrus pyraster). Es waren zwar nur zwei Tütchen, was nicht zu vergleichen ist mit den Tausenden von Proben anderer Genbanken, die als Sicherheitskopie im Eis einlagert wurden.  Die Zahl der JKI-Eingaben in Spitzbergen soll wachsen. „Wir wollen jedes Jahr neue Proben von Wildäpfeln und Wildbirnen unterschiedlicher Herkunft aus der Obstgenbank des JKI einsenden“, sagt Monika Höfer. Es geht um den Erhalt des genetischen Potenzials in diesen Arten“. Die so gesicherten Allele könnten einmal nützlich für die Züchtung werden. Für die Zukunft ist außerdem die Einlagerung von Erdbeerwildarten geplant. Demgegenüber werden die Obstsorten ausschließlich vegetativ vermehrt und als Duplikate bei den Partnern der Deutschen Genbank Obst erhalten.

Der Saatgut-Tresor besteht aus einem 120 Meter langen Tunnel und drei großen Lagerräumen. Insgesamt umfasst der Speicher, der im Fall einer regionalen Katastrophe dem Erhalt und dem Schutz der Arten- und Varietäten-Vielfalt von Nutzpflanzen dienen soll, zurzeit mehr als eine Million Samenmuster. Er hat eine Kapazität von 4,5 Millionen Proben, die bei einer Temperatur von minus 18 Grad gelagert werden. Seinen Nutzen hat der Tresor bereits bewiesen. Nach der Zerstörung einer Genbank im syrischen Aleppo konnte mit Hilfe der auf Svalbard eingelagerten Samen die Sammlung in Marokko und im Libanon wiederaufgebaut werden.