Springe direkt zu:
Service Navigation

Pressemeldung

Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Pressestelle in Quedlinburg und Braunschweig

Sekretariat
N.N.
Tel.: 03946 47-1014
pressestelle@  julius-kuehn.  de

Pressereferentin
Dipl.- Biol. Stefanie Hahn
Tel. (Qb): 03946 47-1011 / oder 1015
stefanie.hahn@  julius-kuehn.  de

Pressereferent
Johannes Kaufmann
Tel.: 03946 47-1012
johannes.kaufmann@  julius-kuehn.  de

Pressereferentin
Gesa Leefken
Tel.: 03946 47-1013
gesa.leefken@  julius-kuehn.  de

PI2022-16: Julius Kühn-Institut startet 17 interdisziplinäre Forschungsprojekte zum Klimaschutz in der Landwirtschaft

Diverse Hirsearten im Versuchsanbau am JKI. © S. Hahn/JKI

Die Forschung zur klimaoptimierten Pflanzenproduktion der Zukunft wird mit 13 Millionen Euro aus dem Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 der Bundesregierung gefördert.

(Quedlinburg) Mit dem Stichtag 1. September starten am Julius Kühn-Institut (JKI), dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, 17 neue Klimaschutzprojekte. Finanziert werden die Vorhaben aus dem sogenannten Klimaschutz-Sofortprogramm 2022, ein acht Milliarden Euro schweres Maßnahmenpaket, das die Bundesregierung im Juni vergangenen Jahres beschlossen hatte. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung einzuhalten und die Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, muss neben den anderen Sektoren wie Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude auch die Landwirtschaft schon bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) deutlich reduzieren. Die Landwirtschaft ist derzeit für rund acht Prozent der THG-Emissionen verantwortlich. Das Julius Kühn-Institut will mit seiner Forschung seinen Beitrag für das Erreichen der Ziele leisten und erhält dazu für die nächsten drei Jahre rund 13 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm. Das Geld fließt in 17 interdisziplinäre Forschungsvorhaben zur klimaoptimierten Pflanzenproduktion von morgen.

„Um gute Lösungen zu erarbeiten, müssen die experimentelle Forschung und Modellierung gezielt ineinandergreifen“, berichtet Dr. Til Feike, der in der Stabsstelle Klima des JKI tätig ist. „Deshalb forschen und entwickeln wir entlang der gesamten pflanzlichen Produktionskette, beginnend mit der Züchtungsforschung zu klimaschonenden Kulturpflanzen u.a. Eiweißpflanzen, Raps, Sorghum und Roggen.“ Diese Forschung gehe Hand in Hand mit der Forschung zur satellitenbasierten Bewertung des Humusgehalts und seiner Erhöhung wie etwa durch den Anbau mehrjähriger Getreidearten und tiefwurzelnder Pflanzen. „Insgesamt zielen diese Arbeiten darauf ab, Entscheidungshilfen für klimaschonende Fruchtfolgen zu entwickeln, um die Senkenfunktion landwirtschaftlicher Böden zu fördern“, so der JKI-Forscher.

Weitere wichtige Ziele der Forschungsvorhaben sind der Schutz der Moore und die Erzeugung von Torfersatzstoffen. Beiträge zum Klimaschutz sollen auch im Weinbau, im Stadtgrün, durch Agrophotovoltaik-Anlagen und durch optimierte Stickstoff-Düngung erschlossen werden. Da Klimaschutz nicht mit der Ernte aufhört, beschäftigen sich einige Projekte auch mit der klimaoptimierten Lagerungstechnik von Erntegütern sowie klimaneutralen Begasungsverfahren für Holz.

„Die Umsetzung der geplanten Vorhaben leistet kurz- und mittelfristig einen substanziellen Beitrag zum Klimaschutz in der Landwirtschaft, insbesondere der Pflanzenproduktion, denn die insgesamt rund 60 neu einzustellenden Beschäftigten, die sich auf elf der insgesamt 17 Fachinstitute des JKI verteilen, werden bis 2025 neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu dieser Thematik erarbeiten,“ sagt JKI-Präsident Prof. Dr. Frank Ordon. Diese Expertise werde jedoch auch über die Projektlaufzeit hinaus einen wichtigen Schub für wissensbasierte Entscheidungen für die klimaschonende Pflanzenproduktion der Zukunft leisten.

Hintergrundinformation zum Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 der Bundesregierung:
Deutschland soll bereits 2045 klimaneutral werden. Dieses Ziel hat die Bundesregierung im novellierten Klimaschutzgesetz verankert. Mit dem am 23.06.2021 vom Bundeskabinett beschlossenen Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 stellt sie zusätzliche acht Milliarden Euro bereit. Mit dem Geld will die Bundesregierung weitere Klimaschutzmaßnahmen finanzieren, um die neuen Klimaschutzziele zu erreichen. Denn schon bis 2030 müssen alle Bereiche – Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft – ihre Treibhausgasemissionen noch stärker reduzieren, um das avisierte Ziel, eine Einsparung an Emissionen von 65 Prozent, zu erreichen. Dabei wurde der Fokus vor allem auf kurzfristig wirkende Maßnahmen gesetzt, die den Ausstoß von Treibhausgasen sicht- und messbar mindern. Über 150 Mio. Euro fließen dabei in die Förderung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft, emissionsarmer Stallbauten und Lagerstätten sowie die Forschung für klimafreundliche Landwirtschaft. Über 330 Mio. Euro sind für den Schutz der Moore, die nachhaltige Waldbewirtschaftung, den Humuserhalt und -aufbau vorgesehen.

Mehr dazu unter: www.bundesregierung.de (Sofortprogramm Klimaschutz 2022) und www.bundesfinanzministerium.de (Sofortprogramm Klimaschutz 2022)