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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut
für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Dr. Hella Kehlenbeck

Adresse
Stahnsdorfer Damm 81
14532 Kleinmachnow

Sekretärin
Ursula Pfeffer
Tel: 033203 48-205
Fax: 033203 48-424
sf@  julius-kuehn.  de

Veröffentlichung
Broschüre

Risikoabschätzung und Risikominderung

Die landwirtschaftliche und gärtnerische Produktion ist abhängig von Umwelteinflüssen, wie Bodeneigenschaften, Witterung oder dem Auftreten von Schädlingen und Krankheiten, und dadurch unterschiedlichen Risiken ausgesetzt. Besondere Umweltbedingungen oder Flächeneigenschaften (z. B. hohe Gewässerdichten, extreme Witterungsereignisse, Boden-und Geländeeigenschaften) können dazu führen, dass zu bestimmten Zeiten bzw. auf  bestimmten Flächen erhöhte Umwelt- und Produktionsrisiken entstehen (Hot-Spots).

Das am Institut entwickelte „Modell zur Synoptischen Bewertung des Risikopotentials chemischer Pflanzenschutzmittel“ (SYNOPS) schätzt Umweltrisiken ab, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen können. Unter Berücksichtigung von flächenspezifischen Gegebenheiten geschieht dies für terrestrische (landlebende) Organismen in Boden- und Saumbiotopen und für aquatische (wasserlebende) Organismen in Oberflächengewässern. Das Modell wird im Rahmen des NAP als Indikator angewendet, um die Entwicklung des potentiellen Risikos für den Naturhaushalt in Deutschland beobachten zu können. Mit ihm können außerdem die Gebiete mit einem besonders hohen Umweltrisiko („Hot-Spots“) identifiziert werden. Dies ist die Voraussetzung, um zielgerichtete Risikominderungsmaßnamen zu entwickeln und anzuwenden. Auch die Wirksamkeit der Anlage von Gewässerrandstreifen, Veränderungen in der Fruchtfolge, die Verwendung spezieller Produktionsverfahren und -techniken oder eine veränderte Pflanzenschutzmittelwahl kann mit SYNOPS untersucht bzw. geprüft werden.

Risiken des Klimawandels, insbesondere die erwartete Zunahme von Extremwetterereignissen wie Starkregen, Hagel, hohe Temperaturen oder Dürren, bilden einen weiteren Schwerpunkt unserer Forschungsarbeiten. Wir analysieren meteorologische Daten in Verbindung mit kulturspezifischen Schwellenwerten und Schadensdaten, um das Risiko für Schäden in der Landwirtschaft von regionaler bis lokaler Ebene abzuschätzen.