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Stabsstelle Ackerbau

Stabsstelle Ackerbau

Ein Drittel der deutschen Landesfläche (11,8 Mio. ha) wird ackerbaulich bewirtschaftet und zur Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln sowie biogener Rohrstoffe genutzt.

Ernte der Versuchskulturen mit einem Parzellenmähdrescher.

Gleichzeitig ist der Ackerbau elementar um die Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe sicherzustellen. Auch die Themen Biodiversität in der Agrarlandschaft, Umwelt- und Naturschutze, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, der schonende Umgang mit Ressourcen sowie die gesellschaftliche Akzeptanz des Ackerbaus nehmen zentrale Rollen ein.

Das JKI hat die Stabsstelle Ackerbau eingerichtet, damit diese die vielfältigen Anforderungen bündelt und praxisgerechte Lösungen erarbeitet. Darunter fällt auch die Umsetzung und Weiterentwicklung der Ackerbaustrategie 2035 des BMEL.

Themen der Stabstelle am JKI

Die standortangepasste Pflanzenproduktion beinhaltet viele in der Ackerbaustrategie genannten Handlungsfelder und stellt daher das Kernthema der Stabsstelle Ackerbau dar.

Erweiterte Fruchtfolgen wirken sich auf Erträge, Nährstoffkreisläufe oder Schaderreger aus. Im Rahmen eines institutsübergreifenden Leitbetriebs „interaktiver Ackerbau“ werden beispielsweise die Fruchtfolgeeffekte auf Großflächenebene untersucht.

Bodeneigenschaften sowie die kleinräumige Variabilität des Bodens haben maßgeblichen Einfluss auf die Pflanzenproduktion. Neben „klassischen“ Bodenuntersuchungen gewinnen Methoden der Fernerkundung sowie der Sensorik zunehmend an Bedeutung, die am JKI-Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF) fortlaufend weiterentwickelt werden.

FACE-Anlage am JKI-Standort Braunschweig: FACE steht für „Free Air Carbon Dioxide Enrichment“ und beschreibt eine Anlage für Freilandversuche, bei der unterschiedliche Kohlendioxid-Konzentrationen gezielt eingestellt werden können.

Klimafolgenanpassung und Klimaschutz beinhalten die Ermittlung der direkten Folgen von Klimaveränderungen sowie die Abschätzung der Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen. Beispielsweise werden die Effekte von Trockenheit und Hitze sowie erhöhter CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf Physiologie und Ertragsbildung von Getreide, deren Pathogene sowie Resistenzentwicklungen in Freilandversuchen mithilfe der FACE-Technologie (Free Air Carbon dioxide Enrichment) erforscht. Andere Projekte untersuchen konkrete Maßnahmen, um die Entstehung von Treibhausgasen durch Abbau organischer Bodensubstanz oder überschüssigen Stickstoff zu vermindern.

Mithilfe statischer Haubenmessungen können Emissionen von klimawirksamem Lachgas aus dem Boden erfasst werden.

Düngung und Pflanzenschutz: Zahlreiche Projekte befassen sich mit agronomischen Methoden sowie technischen Innovationen, um die Effizienz beim Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln zu erhöhen und somit auch Emissionen zu reduzieren.

Die Züchtung von Arten und Sorten, die an veränderte Umweltbedingungen angepasst sind und beispielsweise bessere Resistenz- und Toleranzeigenschaften gegenüber Schaderregern sowie verbesserte Trocken- und Hitzetoleranz aufwiesen, wird in zahlreichen Projekten untersucht.

Der Erhalt sowie die Steigerung der Biodiversität mithilfe agronomischer Maßnahmen auf Ackerflächen sowie im Bereich von Randstrukturen wird in Freilandversuchen erforscht. Beleuchtet wird auch die Rolle des ökologischen Landbaus, der aufgrund weiterer Fruchtfolgen sowie geringerer Bewirtschaftungsintensität potenziell zum Erhalt der Biodiversität beiträgt.

Initiativen wie das „Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau“ des BMEL zeigen, wie vielversprechende Bewirtschaftungsansätze in der Praxis umgesetzt werden können. Gleichzeitig machen sie den Ackerbau für alle erlebbar und tragen somit dazu bei, die Transparenz zu erhöhen und die Akzeptanz in der Gesellschaft für die Landwirtschaft zu fördern.

Ansprechpersonen Stabsstelle Ackerbau

Weiterführende Informationen zu Beteiligung und Mitarbeit der Stabsstelle