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Veranstaltung

Workshop: Die ROSTE kommen … wieder!

Beginn: 04.05.2017
Ort: Julius Kühn Institute, 14195 Berlin, Königin-Luise-Straße 19

Berberitze mit Sporenlagern

4. Mai 2017, 10 – 16 Uhr Workshop des Julius Kühn-Instituts in Berlin-Dahlem

Was erwartet Sie?

Vorstellung neuer Forschungsergebnisse aus aktuellen Projekten zum Gelb- und Schwarzrost Bericht zu den Ergebnissen des vom JKI deutschlandweit durchgeführten Rassen- und Virulenzanalysen des Weizengelbrostes Mit dabei: Einer der weltweit anerkannten Spezialisten für Getreideroste, Prof. Yue Jin vom United States Department of Agriculture, Agricultural Research Service (USDA-ARS), Cereal Disease Lab der Universität Minnesota

Hintergrund

Nach dem wärmsten März seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland (1871) spricht wieder alles vom Klimawandel. Dieser begünstigt auch einige Pflanzenkrankheiten, allen voran die Getreide-Roste. In diesem Jahr wurden bereits erste Befallsnester des Gelbrostes in Triticale gesichtet und auf einigen Berberitzen kann man die orangefarbenen Sporenlager schon von weitem leuchten sehen.

Seit dem Erscheinen der asiatischen Gelbrostrasse ‚Warrior‘ 2011 in Europa hat uns dieser Pilz fest im Griff. So findet seit 2013 jedes Jahr eine Gelbrostepidemie statt. Dies ist sehr ungewöhnlich, bedenkt man, dass die letzte Epidemie vor ‚Warrior‘ mehr als 10 Jahre zurücklag (2000).

Wie die Rassenuntersuchungen des Julius Kühn-Institut (JKI) in Kleinmachnow beweisen, verändert sich ‚Warrior‘ ständig. Inzwischen spricht man von einer ganzen ‚Warrior‘-Familie, die sich immer besser an die bei uns vorherrschenden Resistenzgene im Weizen anpasst. So sind Virulenzen für Resistenzen, die bei uns keine Rolle spielen, verschwunden, während mit Yr27 im letzten Jahr ein neues wichtiges Resistenzgen „geknackt“ wurde. Die Sortenresistenz ist damit einem ständigen Wandel unterworfen.

Auch der Schwarzrost rückt näher. Nachdem in Mitteldeutschland 2013 eine begrenzte Epidemie mit mehreren Rassen stattfand, infizierte er 2016 in Sizilien einige zehntausend Hektar Hartweizen und führte zu erheblichen Ertragsausfällen. Schuld war eine für Europa neue, hochvirulente Rasse. Nach der enormen Vermehrungsrate dieser Rasse im Jahr 2016 wurden die Anbauer in der Mittelmeerregion bereits im Februar 2017 vor neuen Infektionen gewarnt. Simulationen der Universität Cambridge und des Meteorologischen Dienstes Großbritanniens zeigen, dass die Sporen mit einer geringen, aber existierenden, Wahrscheinlichkeit auch die Alpen überwinden könnten.

Zeit also, um über die neuen Rassen des Gelb- und Schwarzrostes sowie die zur Verfügung stehenden Sortenresistenzen zu sprechen.

Anmeldung

Bitte teilen Sie möglichst bis zum 24. April 2017 per E-Mail (kerstin.flath@julius-kuehn.de) mit, ob Sie an dem Workshop teilnehmen möchten. Gerne können Sie diese Einladung an weitere interessierte Fachkolleg(inn)en weiterleiten.

Aufruf

In Zusammenarbeit mit amerikanischen Kollegen vom USDA-ARS beabsichtigt das JKI, der Berberitzen-Frage – um welche Rostart/en es sich dabei handelt – weiter nachzugehen. Sollten Sie also infizierte Berberitzenzweige (siehe Foto) oder auch -früchte beobachten, können Sie diese gern zu dem Workshop mitbringen bzw. auch im Nachhinein an das JKI in Kleinmachnow senden.