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Braunschweig

Versuchsfeld Braunschweig

Das Versuchsfeld in Braunschweig verteilt sich im Wesentlichen auf die Gemarkungen Riddagshausen (Flächen am Messeweg), Niedersickte, Lucklum, Ahlum, Wendhausen und Ölper (Flächen an der Bundesallee). Die Gesamtfläche beträgt am Messeweg einschließlich der dortigen Unter-Glas-Fläche und einer kleinen Forstfläche 20 ha, in Niedersickte 70 ha, in Lucklum 20 ha, in Ahlum 35 ha, davon 12 ha in ökologischer Bewirtschaftung, in Wendhausen 44 ha und an der Bundesallee 60 ha. Damit stehen in der Summe für das landwirtschaftliche und gärtnerische Versuchswesen ca. 240 ha zur Verfügung. Ferner verfügt das Julius Kühn-Institut in ca. 10 km Entfernung über eine forstwirtschaftliche Fläche von 70 ha.

Alle Versuchsflächen werden zentral vom Versuchsgut in Sickte aus bewirtschaftet. Aus der Streulage ergibt sich eine vergleichsweise ungünstige innere Verkehrslage mit einer Entfernung zu den Feldern von einem Kilometer in Sickte bis hin zu einer Feldentfernung von 15 km nach Wendhausen und zur Bundesallee. Um die Anfahrtszeiten kurz zu halten, ist daher in Braunschweig am Messeweg und in der Bundesallee ein Teil des technischen Inventars und auch Personals stationiert. Zur Bewirtschaftung der Flächen steht ein moderner Fuhrpark und entsprechendes Fachpersonal zur Verfügung. Jährlich können drei Auszubildende im Beruf zum Landwirt bzw. zur Landwirtin ausgebildet werden.

Klima und Bonität

Das im Norddeutschen Tiefland vorherrschende Klima lässt den Anbau aller gängigen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen zu. Mit einer mittleren Jahresdurchschnittstemperatur von 9,7° Celsius, einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 570 mm und einer Höhenlage von 80 m über NN liegt das Versuchsfeld im Klimagebiet 7 (KTBL-Datensammlung), und somit in einem mit durchschnittlich 125 möglichen Feldarbeitstagen günstigen Raum. Neben den klimatischen Bedingungen ist für den Standort die Güte der anzutreffenden Böden von großer Bedeutung. Am Messeweg und an der Bundesallee ist die Bodenart lehmiger Sand mit Möglichkeit zur Beregnung anzutreffen. Es handelt sich hier um leichten Boden. In Sickte und Lucklum herrschen tonige Lehme vor, die zum Teil mit Steinen durchsetzt sind. In Wendhausen finden wir sehr schweren Tonboden vor mit einem Tonanteil von 45 %. Die Versuchsfläche in Ahlum weist Löß-Lehmboden auf. Dieser mittelschwere Boden zeichnet sich durch sehr gute Wasserführung und gute Bearbeitbarkeit aus. Damit stehen dem Versuchsfeld insgesamt Böden zur Verfügung, die einen guten Querschnitt der in Deutschland ackerbaulich genutzten Böden bilden.

Ausrichtung und Nutzung

Die Ausrichtung und Nutzung der betrieblichen Kapazitäten des Versuchsfeldes richtet sich nach den Forderungen der JKI-Wissenschaftler/innen an ein umfassendes, aktuelles und situationsbezogenes Feldversuchswesen. In seiner Grundorganisation bildet das Versuchsfeld einen Ackerbaubetrieb ab. Die wesentliche Zielvorgabe dieser Einheit ist das landwirtschaftliche Feldversuchswesen. Aus dieser Zielvorgabe heraus und den in den Versuchsfeldanträgen konkretisierten Anforderungen an den Betrieb ergibt sich die Anbau- und Arbeitsorganisation. Da unterschiedliche Fruchtfolgen in unterschiedlichen Anbausystemen realisiert werden, ist es jederzeit möglich, den Versuchsanstellern eine geeignete Fläche für ihre Fragestellungen zur Verfügung zu stellen. In diese mehrjährige Ablauforganisation fließen neben den Wünschen der Versuchsansteller auch die bereits angeführten Standortbedingungen mit ein. Es hat sich bei den Versuchsanstellungen bewährt, auf die vorliegenden unterschiedlichen Standortbedingungen zurückgreifen zu können. Dazu zählen auch die vor Ort realisierten Fruchtfolgen.

Arbeitsschwerpunkte

Die Arbeitsschwerpunkte des Versuchsfeldes ergeben sich aus der Aufgabenstellung der Institute, die für ihre wissenschaftliche Arbeit auf das Feldversuchswesen angewiesen sind. Durchschnittlich werden jährlich 80 Feldversuche angelegt. Sie dienen zum größten Teil dazu, Pflanzenschutzverfahren im integrierten und ökologischen Landbau zu entwickeln und zu bewerten. Außerdem werden unterschiedliche Kulturen auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Schadorganismen untersucht.

Weitere ausgewählte Schwerpunkte:

  • Versuche zur Biologie und Ökologie von Unkräutern und deren Bekämpfungsmöglichkeit auf Kulturland.
  • Versuche zur Koexistenz gentechnisch veränderter Pflanzen, einschließlich der Entwicklung entsprechender Methodik im Anbau und in der Bewertung.
  • Versuche zur Bekämpfung von Schadorganismen im Gemüsebau auf konventionellen und ökologischen Flächen.
  • Versuche zur Beurteilung nachwachsender Rohstoffe, unter anderem die Bewertung von Agroforstsystemen.
  • Versuche zu Methoden der Pflanzenernährung und Düngung unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Ressourcen und Umwelt
  • Langzeitversuche zu Krankheiten an Forstpflanzen.
  • Unterstützung zu Beurteilung von Pflanzenschutzgeräten und Sätechnik

Die Versuche sind sehr unterschiedlich ausgestaltet. Ihr Flächenbedarf reicht von wenigen Quadratmetern bis zum großflächigen Anbau von über 20 ha. Angebaut werden alle Getreidearten sowie Winterraps, Sojabohnen, Lupinen, Kartoffeln, Zuckerrüben und Mais. Es werden die Anbausysteme Direktsaat, Mulchsaat und konventionelle Saat mit Pflug realisiert. Es steht sowohl klassische Parzellentechnik als auch Großtechnik zur Verfügung.

Die durchschnittliche Parzellengröße liegt bei 0,9 ha und variiert je nach Versuchsfragestellung.

Adresse
Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
Messeweg 11/12
38104 Braunschweig

Ansprechpartner
Wissenschaftlicher Leiter
Direktor und Professor Professor Dr. Jörg-Michael Greef
Tel: 0531 596-2301
joerg-michael.greef@  julius-kuehn.  de

Technischer Leiter
Hans-Henning Langenohl
Tel.: 05305 930-310
hans-henning.langenohl@  julius-kuehn.  de