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Dossenheim

Versuchsfeld Dossenheim

Die Obstbau-Versuchsflächen des JKI-Instituts für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau befinden sich arrondiert um den Labor- und Gewächshauskomplex des Instituts. Unmittelbar nach Westen grenzt sie an die Autobahnabfahrt Dossenheim der A5 (Abb.). 1970 wurde der flächenintensive Versuchsbetrieb vom Neuenheimer Feld der expandierenden Universität Heidelberg an diese Stelle verlagert und 1971 anlässlich seines 50-jährigen Bestehens eingeweiht. In 33 km Entfernung bewirtschaftet das Institut im Außenbetrieb in Kirschgartshausen speziell für Feuerbrandversuche eine 2,1 ha große Versuchsfläche.

Die Liegenschaft in Dossenheim umfasst 17,6 ha eingezäunte Versuchsflächen. Davon sind 3,5 ha gepachtet. Weitere 6 ha extensiv bewirtschaftete und nicht umzäunte Versuchsfläche finden sich in unmittelbarer Nähe östlich der A5. Diese ist seit 2008 vom Bundesland Baden-Württemberg gepachtet.

Klima

Meteorologische Daten werden mit einer Wetterstation mit Verbindung zum Laborgebäude sowie ein Schorfwarngerät aufgezeichnet. Die Messungen ergaben z. B. für 2009 eine mittlere Jahrestemperatur von 11,3° C (Jahresmittel 1992 – 2009: 11,0° C) und eine Niederschlagsmenge von 832 mm (Jahresmittel 1992 – 2009: 737 mm). Die Bodenzahl liegt bei 70 Punkten (Bodenart: schluffiger Lehm).
Zur Blütenfrostabwehr sind 4 ha der Versuchsquartiere mit Überkronenberegnung ausgestattet. Zusätzlich können Teilflächen des Versuchsfeldes durch Tröpfchenbewässerung im Sommer mit Wasser versorgt werden.

Kulturen

Neben Unterlagen für Kern- und Steinobst und dem Baumschulquartier beherbergt das Versuchsfeld über 70 Apfelsorten und diverse Birnensorten sowie eine umfangreiche Sammlung an Wild- und Zierformen des Apfels. Als Hauptapfelsorten stehen Elstar, Gala, Golden Delicious, Idared, Jonagold, Pinova und Topaz zur Verfügung. Die Hauptbirnensorte ist Williams. Als zusammenhängende Steinobstquartiere sind Sauerkirschen (Morina, Safir, Morellenfeuer, Ungarische Traubige, Schattenmorelle), Süsskirschen (Burlat, Kordia, Karina, Hedelfinger, Regina, Schneiders späte Knorpelkirsche) und Zwetschen (Hanka, Jojo, Toptaste, Hauszwetsche) aufgepflanzt. Zusätzlich vorhanden sind Pfirsiche (South Haven, Benedicte) und Aprikosen (Bergeron). Alle Quartiere sind überwiegend nach den Anforderungen des Erwerbsobstbaus angelegt. Die Nutzungsdauer beträgt mehr als 10 Jahre.

Versuchsfragestellungen

Für alle Arbeitsgebiete am Institut ist das Versuchsfeld ein unverzichtbarer Bestandteil. Es ermöglicht, Fragestellungen unter natürlichem Infektionsdruck bzw. natürlichem Populationsdruck und den für den Erwerbsobstbau relevanten Klimabedingungen zu bearbeiten. Von hoher Bedeutung für die Forschung ist die direkte Verknüpfung von Arbeiten im Feld und Labor. Beispiele dafür sind

  • Versuche zur Persistenz von Pflanzenschutzmitteln
  • die Erfassung von volatilen Substanzen von Wirtspflanzen bzw. Insekten
  • der Zugriff auf eine Fülle von Schadorganismen und Virusquellen für Referenzzwecke
  • alle Arbeiten zur Biologie von Schadorganismen

Außenbetrieb Kirschgartshausen für Feuerbrandversuche

Im Außenbetrieb in Kirschgartshausen werden innerhalb eines mit Windschutzhecken umpflanzten 3,1 ha großen Areals 2,1 ha umzäunte Versuchsfläche bewirtschaftet. Aus Quarantänegründen führt das Institut in dieser ackerbaulich genutzten Umgebung seit 1986 Feuerbrandversuche durch. Die vom Bundesland Baden-Württemberg angepachtete Fläche wurde im Rahmen der Rheindammrückverlegung ab 2007 neu angelegt und seit 2010 in den Versuchsbetrieb genommen.

Die Anlage hat sich über viele Jahre als hervorragend geeignet für Versuche mit künstlichen Infektionen des Feuerbranderregers nach der EPPO-Richtlinie 1/166 (3) erwiesen, ohne dass eine Gefahr für eine Verbreitung des Pathogens bestand. Jährlich werden nach Versuchsabschluss ca. 0,6 ha der Fläche gerodet und wieder neu aufgepflanzt. Die Anlage ist bundesweit die einzige ihrer Art und für Freilandversuche mit der obstbaulich bedeutsamen Erkrankung unverzichtbar.

Die überwiegende Fläche ist mit der Apfelsorte Gala bepflanzt, sie sehr anfällig gegenüber Feuerbrand ist. Für weitere Bekämpfungsversuche stehen Cotoneaster und eine Sammlung verschiedener Apfel- und Birnensorten zur Verfügung. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei ca. 600 mm im Jahr. Die gesamte Fläche kann durch Tröpfchenbewässerung mit Wasser versorgt werden. Eine Überkronenberegnung steht für besondere Versuchszwecke zur Verfügung.

Durch die intensive Versuchstätigkeit in Kirschgartshausen mit dem Feuerbranderreger werden dort in jedem Jahr große Stückzahlen an Versuchsbäumen benötigt. Die Jungbäume stammen in der Regel aus der eigenen Produktion. Die Bewirtschaftung der Flächen mit Maschinen und Geräten erfolgt von Dossenheim aus. Seit der Vegetationsperiode 2010 prüft man hier in großem Umfang Züchtungslinien des JKI-Instituts für Züchtungsforschung an Obst auf die Resistenz gegen Feuerbrand.

Adresse
Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
- Bereich Obstbau -
Schwabenheimer Straße101
69221 Dossenheim 

Ansprechpartner
Technischer Leiter
Burger, Peter
Tel: 06221 86805-65
peter.burger@  julius-kuehn.  de