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Julius Kühn-Institut (JKI)
Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

Institutsleitung
Prof. Dr. Reinhard Töpfer

Adresse
Geilweilerhof
76833 Siebeldingen

Sekretariat
Sabine Martin
Tel.: 06345/41-0
Fax: 06345/41-179
zr@  julius-kuehn.  de

Veröffentlichung
Institutsflyer
Broschüre

Züchtung neuer Sorten

Ob Pilzkrankheiten oder tierische Schädlinge, ob Klimawandel oder Weinqualität: die Rebenzüchtung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Lösung anstehender Fragen und Probleme.

Vor allem die vor ca. 150 Jahren aus Nordamerika eingeschleppten Pilzkrankheiten setzen den einheimischen Reben bis heute stark zu. Sie erfordern einen regelmäßigen und intensiven Pflanzenschutz, um Ernte- und Qualitätsverluste bis hin zu Totalschäden zu verhindern. Allerdings sind aus anderen Teilen der Welt Wildrebarten bekannt, die resistent gegen diese Pilzkrankheiten sind. Sie werden nicht oder kaum geschädigt. Ihr Nachteil ist jedoch, dass sie in aller Regel wenig Ertrag und kaum genießbare Weine liefern.

An dieser Stelle setzt die Züchtung an: Sie versucht, die positiven Ertrags- und Qualitätseigenschaften traditioneller Sorten mit der Resistenz der Wildreben zu kombinieren. Hierzu werden Wildreben in unsere Kulturreben eingekreuzt. Die aus diesen Kreuzungen hervorgehenden Sämlinge werden dann auf ihre Eigenschaften, vor allem auf Qualität und Resistenz, geprüft.

In Deutschland wurde mit diesen Arbeiten vor etwa 90 Jahren begonnen. Die Arbeiten gestalteten sich langwierig. Dies lag einerseits an der Mehrjährigkeit der Rebe, andererseits an den zur Steigerung der Qualität erforderlichen mehrfachen Rückkreuzungen.

Der in jüngerer Zeit erzielte enorme Erkenntniszugewinn zur Genetik der Rebe eröffnet den Rebzüchtern neue, äußerst effiziente Möglichkeiten. Für eine stetig steigende Zahl an wichtigen Merkmalen sind ihre Genorte bekannt. Ihre Vererbung kann jetzt mit molekularen Markern verfolgt werden. So lassen sich ganz gezielt bestimmte Merkmale,
z. B. Resistenzeigenschaften, kombinieren. Der Einsatz der markergestützten Selektion (MAS) führt vielfach nicht nur zu einem höheren Resistenzniveau, sondern verbessert auch die Stabilität der Resistenz. Hinzu kommt, dass man MAS bereits im frühen Sämlingsstadium durchführen kann, was die Züchtung einer neuen Sorte stark beschleunigt.

Über die Züchtung neuer Rebsorten mit einer möglichst langandauernden Resistenz gegenüber den wichtigsten Pilzkrankheiten hinaus befasst sich das Institut beispielsweise auch mit Fragen zum Einfluss des Klimawandels. Es gilt, neue Rebsorten zu entwickeln, die an die geänderten Klimabedingungen besser angepasst sind.