Pflanzenschutzmittel und andere Agrarchemikalien können über unterschiedliche Eintragspfade in Gewässer gelangen und dort auf Nichtzielorganismen wirken. Neben klassischen toxikologischen Endpunkten wie Mortalität oder Wachstum können auch subletale Effekte auf das Verhalten von Gewässerorganismen wichtige Hinweise auf mögliche Beeinträchtigungen geben. Insbesondere Veränderungen des Aktivitätsverhaltens können bereits bei vergleichsweise geringen Belastungen auftreten und damit einen sensitiven biologischen Endpunkt darstellen.
Im Rahmen der Arbeit soll der Einfluss ausgewählter Agrarchemikalien auf das Aktivitätsverhalten des Süßwasseramphipoden Hyalella azteca untersucht werden. Hierzu wird ein automatisiertes Biomonitoringsystem zur Erfassung des Aktivitätsverhaltens eingesetzt. Die Arbeit bietet die Möglichkeit, moderne Methoden der ökotoxikologischen Wirkungsbewertung mit einem praxisrelevanten Fragestellungsbereich des Gewässerschutzes zu verbinden.
Ziel und Inhalt der Arbeit
Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen ausgewählter Agrarchemikalien bzw. Wirkstoffgruppen auf das Aktivitätsverhalten von Hyalella azteca unter kontrollierten Laborbedingungen zu untersuchen.
Mögliche Schwerpunkte der Arbeit sind:
- Einarbeitung in die Literatur zu den Wirkungen von Agrarchemikalien auf aquatische Nichtzielorganismen und insbesondere auf das Verhalten von Amphipoden;
- Durchführung von Expositionsversuchen mit Hyalella azteca unter kontrollierten Laborbedingungen;
- Untersuchung unterschiedlicher Konzentrationen bzw. Expositionsbedingungen ausgewählter Substanzen oder Substanzgruppen;
- Erfassung des Aktivitätsverhaltens mithilfe eines automatisierten Biomonitoringsystems;
- Auswertung verschiedener verhaltensbezogener Endpunkte, insbesondere der Bewegungsaktivität und des Aktivitätsverlaufs während und nach der Exposition;
- Untersuchung möglicher Veränderungen des Aktivitätsverhaltens in Abhängigkeit von Expositionsdauer und Konzentration;
- statistische Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten;
- Einordnung der Ergebnisse im Kontext der ökotoxikologischen Bewertung von Agrarchemikalien und des Gewässerschutzes.
Je nach Umfang und Ausrichtung der Arbeit können zusätzlich Aspekte wie Erholungs- bzw. Recovery-Effekte, unterschiedliche Expositionsbedingungen oder der Einfluss von Substraten berücksichtigt werden.
Anforderungen an die Kandidat:innen
- Bachelor- oder Masterstudium im Bereich Biologie, Umweltwissenschaften, Ökotoxikologie, Agrarwissenschaften oder einem verwandten Fachgebiet;
- Interesse an ökotoxikologischen Fragestellungen und experimenteller Laborarbeit;
- sorgfältige und selbstständige Arbeitsweise;
- Interesse an der Auswertung und Interpretation biologischer Daten;
- von Vorteil: erste Erfahrungen mit Laborarbeit und statistischer Datenauswertung in R;
- Bereitschaft, sich in neue Methoden und Fragestellungen einzuarbeiten.
Wir bieten
- ein klar abgegrenztes und praxisnahes Thema im Bereich der aquatischen Ökotoxikologie;
- die Möglichkeit, mit einem modernen automatisierten Biomonitoringsystem zur Erfassung des Aktivitätsverhaltens zu arbeiten;
- gute fachliche und enge Betreuung;
- Einblick in aktuelle Forschungsarbeiten zu Auswirkungen von Agrarchemikalien auf aquatische Ökosysteme;
- Integration in ein offenes, kooperatives und interdisziplinäres Forschungsteam;
- die Möglichkeit, die Ergebnisse in einen aktuellen Forschungskontext des Gewässerschutzes einzuordnen.
Beginn der Abschlussarbeit: ab 2027
Bewerbungen mit Lebenslauf und kurzem Motivationsschreiben sind an Dr. Stefan Lorenz (stefan.lorenz@julius-kuehn.de) zu richten.
Bei Fragen zur Arbeit melden Sie sich gerne telefonisch unter: 030 8304 2330.