In den vorliegenden eDNA-Daten aus Kleingewässern wurden zahlreiche Organismen aus unterschiedlichen taxonomischen Gruppen erfasst. Neben häufigen und weit verbreiteten Arten können solche Daten auch Hinweise auf seltene, gefährdete oder bislang nicht nachgewiesene Arten liefern. Für den Naturschutz können diese Nachweise von besonderer Bedeutung sein, da Kleingewässer wichtige Rückzugs- und Lebensräume für spezialisierte Arten darstellen können.
Ziel der Arbeit ist es, die vorliegenden eDNA-Daten gezielt im Hinblick auf naturschutzfachlich relevante Arten auszuwerten. Dabei sollen insbesondere gefährdete, seltene, verschollene oder regional bedeutsame Arten identifiziert und deren mögliche Vorkommen anhand ihrer bekannten ökologischen Ansprüche eingeordnet werden.
Aufgaben:
- Screening der vorhandenen eDNA-Daten nach naturschutzfachlich relevanten Arten
- Abgleich der Nachweise mit aktuellen Roten Listen und weiteren Fachquellen
- räumliche Darstellung der Nachweise und Untersuchung ihrer Verteilung auf die untersuchten Kleingewässer
- Auswahl ausgewählter Arten für eine vertiefende autökologische Betrachtung
- Zusammenstellung und Auswertung von Informationen zu Habitatansprüchen, Verbreitung, Gefährdungsstatus und bekannten Rückgangsursachen
- Untersuchung, ob sich aus den Gewässer- und Standortmerkmalen Hinweise auf geeignete Lebensbedingungen ableiten lassen
- kritische Bewertung der eDNA-Nachweise im Hinblick auf deren naturschutzfachliche Aussagekraft
- statistische Auswertung und Visualisierung in R
Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der kritischen Einordnung der eDNA-Nachweise liegen. Ein molekularer Nachweis kann einen wichtigen Hinweis auf das Vorkommen einer Art liefern, lässt jedoch nicht in jedem Fall unmittelbar auf eine etablierte Population, deren Populationsgröße oder einen aktuellen Reproduktionsnachweis schließen. Diese Aspekte sollen bei der naturschutzfachlichen Bewertung berücksichtigt werden.
Anforderungen an die Kandidat:innen
- Interesse an Artenkenntnis, Gewässerökologie und Naturschutz;
- Interesse an autökologischen Fragestellungen und Biodiversitätsmonitoring;
- Kenntnisse in ökologischer Statistik und idealerweise R;
- sorgfältige Literaturrecherche und kritische Bewertung biologischer Nachweise.
Wir bieten
- ein aktuelles und praxisrelevantes Thema an der Schnittstelle von Gewässerökologie, Biodiversitätsmonitoring und Agrarlandschaftsforschung;
- die Möglichkeit, mit umfangreichen realen Monitoringdaten zu arbeiten;
- Einblick in aktuelle Fragestellungen des Gewässerschutzes und der ökologischen Bewertung von Kleingewässern;
- die Möglichkeit, Kenntnisse in der statistischen Datenauswertung und Visualisierung mit R zu vertiefen;
- enge fachliche Betreuung und Integration in ein interdisziplinäres Forschungsteam.
Beginn der Abschlussarbeit: ab 2027
Bewerbungen mit Lebenslauf und kurzem Motivationsschreiben sind an Dr. Stefan Lorenz (stefan.lorenz@julius-kuehn.de) zu richten.
Bei Fragen zur Arbeit melden Sie sich gerne telefonisch unter: 030 8304 2330.